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Ärzteschaft

BÄK-Präsident Reinhardt betont Rolle des Gesundheitsschutzes für medizinische Berufe

Mittwoch, 16. September 2020

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundes­ärzte­kammer. /picture alliance, Wolfgang Kumm

Berlin – Eine gute Patientenversorgung setze einen wirksamen Gesundheitsschutz für die Beschäftigten in Kliniken und Praxen voraus. Dies betonte der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) Klaus Reinhardt anlässlich des morgigen Welttages der Patientensicherheit.

Das gelte für die tagtägliche Patientenversorgung und ganz besonders für Pandemiezeiten, wenn Ärzte und andere Gesundheitsberufe über ihre Belastungsgrenzen hinaus gehen müssen und einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind, so Reinhardt.

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Er erinnerte daran, dass sich in Deutschland nach Schätzungen mehr als 15.500 Ärzte und andere Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit dem Corona-Virus infiziert haben. „Das ist für die Betroffenen belastend und für die Patienten hochriskant. Schutzmaßnahmen und flächendeckende Testmöglichkeiten für die Beschäftigten aus dem Gesundheitswesen müssen deshalb dringend Bestandteil einer Gesamtstrategie für die weitere Pandemie­prävention sein“, forderte Reinhardt.

Der BÄK-Präsident betonte, dass auch für den Normalbetrieb den Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden müsse. Studien belegten, dass Personalnot, Arbeitsverdichtung und Wettbewerbsdruck zu körperlicher und auch emotionaler Überlastung von Ärztinnen und Ärzten führen können. Komme es zu krankheitsbedingten Arbeitsausfällen, steige der Arbeitsdruck für das Personal zusätzlich. Häufig fehle dann die Zeit für Patientengespräche und für den interdisziplinären und interprofessionellen Austausch mit den Kollegen. Gerade dies sei aber integraler Bestandteil einer guten Sicherheitskultur in Kliniken und Praxen.

Notwendig sei eine viel stärker patientenorientierte Ausrichtung des Gesundheitswesens. „Für die Kliniken brauchen wir ein Vergütungssystem, das den tatsächlichen Versorgungsbedarf berücksichtigt und nicht wie heute fast ausschließlich auf wirtschaftliche Effizienz setzt. Im ambulanten Bereich müssen Zeit und Zuwendung viel stärker gewichtet werden. Dies käme Patienten und Ärzten gleichermaßen zu Gute“, sagte Reinhardt.

Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) widmet den Internationalen Tag für Patientensicherheit am 17. September in diesem Jahr auch der Sicherheit von Beschäftigten im Gesundheitswesen.

Der Marburger Bund betonte, man unterstütze aktiv den Aufruf der „G20 Health and Development Partnership“ für Patientensicherheit und Gesundheitsschutz im Gesundheitswesen.

In dem Aufruf werden die Staats- und Regierungschefs der G7 und G20-Treffen sowie anderer internationaler Zusammenschlüsse aufgefordert, Patientensicherheit und Schutz des Gesundheitspersonals in enger Verbindung zu sehen und einen globalen Fonds zur Förderung eines Höchstmaßes an Arbeits- und Gesundheitsschutz zu schaffen.

Es müsse ein transparentes Berichtssystem geben, das Indikatoren für die Sicherheit von Patienten und Gesundheitspersonal widerspiegele. Im Hinblick auf die aktuelle Corona-Krise fordern die Unterzeichner, in den nationalen Pandemieplänen sicherzustellen, dass Gesundheitspersonal Zugang zu persönlicher Schutzausrüstung erhält und bei Schutzimpfungen vorrangig berücksichtigt wird. © EB/aha/aerzteblatt.de

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