NewsPolitikNonnemacher kritisiert zu strikte Qualitätsvorgaben
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Nonnemacher kritisiert zu strikte Qualitätsvorgaben

Donnerstag, 17. September 2020

Ursula Nonnemacher (Grüne) /picture alliance, Bernd Settnik

Berlin – Die Ge­sund­heits­mi­nis­terin des Landes Brandenburg, Ursula Nonnemacher (Die Grünen), hat zu strikte Qualitätsvorgaben im Gesundheitswesen kritisiert. „Qualitätsvor­gaben wie Mindestmengen haben ihren Sinn“, sagte sie gestern auf dem Krankenhausgipfel der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) in Berlin.

Wenn zu strikte Qualitätsvorgaben jedoch dazu führten, dass bedarfsnotwendige Abtei­lungen geschlossen werden müssten, müsse man die Vorgaben infrage stellen. In Branden­burg befinde sich zurzeit ein Perinatalzentrum Level 2 in Abwicklung, weil es von 56 geforderten Kriterien das 56. nicht erfüllen könne.

Anzeige

„Wenn solche Zentren den Grundversorgern in der Fläche keinen Back-up mehr geben können, dann läuft etwas falsch, dann muss man die Qualität anders definieren“, meinte Nonnemacher.

Zudem betonte die frühere Klinikärztin, dass die Herausforderungen im Bereich der Kran­ken­hausplanung nicht in allen Bundesländern dieselben seien. „In Brandenburg gibt es 54 Krankenhäuser an 62 Standorten. Wir sehen also keinen Dezentralisierungsdruck. Uns geht es eher darum, die Standorte zu erhalten beziehungsweise in einer anderen Form weiterzu­führen“, sagte sie. Sie befürchtete, bei der derzeit diskutierten Reform der Krankenhaus­planung „als Kollateralschaden zurückzubleiben, wenn es um die Bereinigung der Kranken­hausstruktur im Ruhrgebiet geht“.

Nonnemacher wünschte sich vom Bundesgesetzgeber eine Reform des DRG-Systems, um Fehlentwicklungen wie den Anstieg der Fallzahlen im stationären Bereich zu beenden. „Ich wünsche mir die Refinanzierung von Vorhaltekosten zum Beispiel in der Geburtshilfe und der Pädiatrie und dass die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen wird, dass kleine Kranken­häuser auch ambulante Leistungen erbringen dürfen“, sagte sie. © fos/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

9. Oktober 2020
Berlin – Der Bundesrat hat den Weg für eine Milliardenförderung der Krankenhäuser und die Coronaprämie für Pflegekräfte in den Kliniken frei gemacht. Das von der Länderkammer heute gebilligte
Bundesrat macht Weg für Krankenhausförderung und Coronaprämie frei
9. Oktober 2020
Düsseldorf/Münster – Die Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe haben die von Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU) initiierte Reform der Krankenhausplanung in Nordrhein-Westfalen (NRW)
Ärztekammern in NRW begrüßen Reform der Krankenhausplanung
7. Oktober 2020
Düsseldorf – Der nordrhein-westfälische Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU) will die Krankenhausplanung in seinem Land reformieren. Künftig soll die Planung nicht mehr auf Basis von
Reform der Krankenhausplanung für Nordrhein-Westfalen vorgelegt
6. Oktober 2020
Essen – Die wirtschaftlichen Probleme vieler deutscher Krankenhäuser werden sich spätestens ab dem Jahr 2022 weiter verschärfen. Das prognostizieren die Gesundheitsökonomen Boris Augurzky und
RWI: Finanzlage der Krankenhäuser wird sich verschlechtern
6. Oktober 2020
Berlin – Experten haben kritisiert, dass das Geld im stationären Sektor teils in die falschen Bereiche fließt. So rügte Katharina Thiede aus dem Vorstand des Think Tanks Twankenhaus, dass solidarisch
Zeitdruck im Krankenhaus entsteht durch falsch eingesetzte Mittel
5. Oktober 2020
Stuttgart – In Baden-Württemberg sind nach Auskunft des Sozialministeriums in den vergangenen zehn Jahren 30 Krankenhäuser geschlossen worden. Von ehemals 236 (2011) gab es zum Stichtag 1. Januar 2020
Weniger Krankenhausstandorte in Baden-Württemberg
1. Oktober 2020
Berlin – Krankenhäuser in strukturschwachen Regionen, die Fachabteilungen für Kinder- und Jugendmedizin vorhalten, können künftig einen Sicherstellungszuschlag erhalten. Das hat der Gemeinsame
LNS LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER