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Politik

Krankenhäuser halten immer weniger Intensivbetten für Coronapatienten bereit

Montag, 21. September 2020

/picture alliance, Robert Michael

Berlin – Die deutschen Krankenhäuser halten einem Bericht zufolge trotz steigender Coronainfektionszahlen immer weniger Betten auf ihren Intensivstationen für SARS-CoV-2-Patienten frei.

So habe etwa die baden-württembergische Landesregierung entschieden, dass künftig statt 35 Prozent nur noch zehn Prozent der Betten für diese Patienten reserviert werden sollen, wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) berichtete.

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Die Landesregierung folgte laut dem Bericht damit der Entwicklung in anderen Bundes­ländern. In Berlin seien bereits seit Juni nur noch zehn Prozent der Betten für COVID-Patienten reserviert, Niedersachsen sei Mitte Juli gefolgt. In Bayern und Brandenburg müssten die Krankenhäuser seit dem Sommer gar keine Intensivbetten mehr für COVID-Patienten freihalten, Hamburg habe die Quote im August abgeschafft.

Anfang September kippte laut FAS auch Sachsen-Anhalt die Regelung ganz. Allein in Rheinland-Pfalz seien Krankenhäuser seit dem Frühjahr unverändert dazu angehalten, 20 Prozent ihrer Intensivbetten wegen Corona freizuhalten. Es sei nicht geplant, daran etwas zu ändern, sagte eine Sprecherin des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums in Mainz.

Bundes­ärzte­kammer hält von 10 Prozent für ausreichend

Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Klaus Reinhardt, warnte davor, auf die Quotenregelungen zu verzichten. „Grundsätzlich finde ich es angesichts der aktuellen Infektionslage richtig, wenn ein Anteil von etwa zehn Prozent der Intensivbetten für COVID-Patienten freigehalten wird“, sagte Reinhardt der Zeitung.

Es sei aber nicht nötig, jedes dritte Bett freizulassen, wie es Baden-Württemberg lange von den Kliniken verlangte. „Trotz leicht angestiegener Infektionszahlen gab es keine erhebliche Belastung der Intensivstationen“, sagte Reinhardt.

Für die Entscheidung, die Quote auf zehn Prozent zu senken, sei es deshalb „höchste Zeit“ gewesen. Wenn es wieder mehr Patienten mit schwerem Verlauf geben sollte, bliebe den Kliniken genügend Zeit, die Kapazitäten hochzufahren. Anders als zu Beginn der Pandemie haben die deutschen Krankenhäuser inzwischen keine Engpässe mehr bei Beatmungsgeräten.

Mediziner fürchten aber, dass die COVID-Patienten bei einer zweiten Welle der Infek­tionen nicht gut auf die Krankenhäuser verteilt werden. Zudem fehle es an Personal auf den Intensivstationen.

Der Präsident des Berufsverbands der Deutschen Anästhesisten (BDA), Götz Geldner, sagte der Zeitung: „Bei einem starken Anstieg von schweren, intensivpflichtigen COVID-Fällen wird es beim Intensivpflegepersonal Engpässe geben.“ Es gebe nicht genügend gut ausgebildetes Personal. © afp/aerzteblatt.de

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