NewsVermischtesZahl der Drogentoten steigt um 13 Prozent
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Zahl der Drogentoten steigt um 13 Prozent

Montag, 21. September 2020

/dpa

Berlin – Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2020 nach Recherchen von Welt am Sonntag weiter gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitum starben mit 662 Menschen demnach rund 13 Prozent mehr an den Folgen ihres Drogen­konsums.

Eine Abfrage bei den Bundesländern habe den höchsten Anstieg in Bremen ergeben, wo es 24 statt zuvor 6 Drogentote gegeben habe. Das gesamte Jahr 2019 habe bundesweit den höchsten Stand seit 2009 markiert. 1.398 Menschen erlagen damals den Folgen ihres Drogenkonsums.

Anzeige

Angesichts der Zahlen forderte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, Hilfen für Langzeitkonsumenten weiter auszubauen. „Jeder Mensch, der an seinem Drogenkonsum verstirbt, ist einer zu viel“, sagte sie der Zeitung. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte, die Konsequenz müsse sein, den Ermittlungsdruck auf jene zu erhöhen, „die sich an der Sucht der Abhängigen rücksichts­los bereichern und dabei buchstäblich über Leichen gehen“.

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach plädierte dafür, bestimmte Drogen zu legalisieren. „Das sollte man stufenweise einführen, erst mit leichten und dann mit härteren Drogen. Zunächst für Cannabis und Marihuana, später vielleicht auch für Kokain. Damit sollte man testen, wie das funktioniert.“

Es müsse der Grundsatz gelten: Die Konsumenten entkriminalisieren, aber die Drogen­händler konsequent als Straftäter verfolgen. „Die Entkriminalisierung führt dazu, dass man Drogenabhängige besser erreicht“, sagte Lauterbach.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) verlangte hingegen eine Null-Toleranz-Politik gegen Drogen: „Weiche Drogen sind oft der Einstieg in den Drogensumpf. Gerade unsere Kinder und Jugendlichen wären erheblich gefährdet, in eine verhängnisvolle Suchtspirale zu geraten, sollte man Cannabis für den Konsum freigeben.“ © kna/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. Oktober 2020
Berlin – Das 2016 in Kraft getretenen Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) hat aus Sicht der Grünen seine Ziel deutlich verfehlt. Eigentlich sollte das Gesetz dazu beitragen, die Verbreitung
Grüne erklären Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz für gescheitert
16. Oktober 2020
Köln – Mit dem Fachheft „Expertise zur Suchtprävention 2020“ hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine wissenschaftlich basierte Handreichung vorgelegt. Ziel ist es, damit
BZgA bringt suchtpräventive Forschung und Praxis zusammen
7. Oktober 2020
Berlin – Wissenschaftliche Evidenz und Erfahrungen von Experten und Betroffenen sollten stärker in der Drogenpolitik berücksichtigt werden. Darauf drängen Verbände der Sucht- und Drogenhilfe in ihrem
Drogenpolitik sollte evidenzbasiert sein
1. Oktober 2020
Berlin – Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus landen, hat insgesamt weiter abgenommen. Allerdings gibt es einen Anstieg der Fälle in der jüngsten Gruppe. Das
Mehr Kinder wegen Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt
29. September 2020
Köln – Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat vor den Gefahren der Glücksspielsucht in Coronazeiten gewarnt. Die Nutzung digitaler Medien in Beruf und Freizeit habe in den
Experten warnen vor Gefahren der Glücksspielsucht
23. September 2020
Berlin/Köln – In Berlin wurden gestern elf Kommunen für ihre vorbildlichen und wirkungsvollen Aktivitäten zur Suchtprävention ausgezeichnet. Die Preisverleihung war der Abschluss des 8. bundesweiten
Elf Kommunen für Suchtprävention ausgezeichnet
21. September 2020
Tübingen – Wissenschaftler der Sektion für Suchtmedizin und Suchtforschung an der Tübinger Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie haben eine neue Beratungsplattform „KonsumKontrolle“
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER