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Ärztekammer Berlin legt neun Handlungs­empfehlungen für eine bessere Notfallversorgung vor

Montag, 21. September 2020

/dpa

Berlin – Die Delegiertenversammlung der Ärztekammer Berlin hat ein Thesenpapier zur sektorübergreifenden Notfallversorgung beschlossen. Vertreter des ambulanten und stationären Bereichs umreißen darin gemeinsam neun Handlungsempfehlungen, die Defizite in der Notfallversorgung beseitigen sollen.

„Wir empfehlen unter anderem die in Berlin bereits vorhandenen Versorgungsstrukturen zu einem leistungsfähigen System der sektorübergreifenden Notfallversorgung weiterzu­entwickeln. Dabei sollen bestehende Strukturen erhalten bleiben – insbesondere die funktionierenden Notdienstpraxen. Wir begrüßen jedoch auch den Plan des Gesetzgebers, zukünftig INZ (Integrierte Notfallzentren) zu etablieren“, sagte Klaus-Peter Spies, Mitglied des Vorstandes der Ärztekammer Berlin.

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„Grundlage der geforderten Anpassungen muss eine sachgemäße, ausreichende Finanzierung sein, welche die Besonderheiten und veränderten Anforderungen an die vorhandenen Schnittstellen zwischen ambulant und stationär berücksichtigt“, ergänzte Thomas Werner, ebenfalls Mitglied des Vorstandes der Ärztekammer Berlin.

Die neun Empfehlungen lauten:

  • INZ an den Berliner Notfallzentren und an ausgewählten Krankenhäusern mit einem zu definierenden, großen Patientenaufkommen errichten.
  • Zuständigkeiten definieren: „Die Teilnahme an der Akutversorgung muss fair und transparent zwischen den Vertragsärzten verteilt sein“, heißt es in dem Papier.
  • Standardisierte Einschätzung des Behandlungsbedarfs der Patienten etablieren: „Die Lenkung der Patientenströme umfasst primär die Aufteilung zwischen Patienten, die ambulant oder stationär notfallmäßig zu behandeln sind“, spezifiziert das Papier.
  • Kooperationsvereinbarungen schließen und Vergütungsregelungen anpassen: „Zur Finanzierung der integrierten Notfallversorgung durch die INZ müssen auch zusätzliche Mittel in einem eigenen Finanzierungssystem bereitgestellt werden („Dritter Topf“). Zur Anschubfinanzierung sollen Mittel aus dem ambulanten wie auch stationären Bereich und von den Ländern zur Verfügung gestellt werden“, so die Autoren des Papiers.
  • Angebote im niedergelassenen Bereich für Patientengruppen mit besonderem Behandlungsbedarf ausbauen: „Die Organisation der Notfallbehandlung von Kindern und Jugendlichen in Berlin durch ein System von Notfallpraxen, deren Dienste durch die pädiatrischen Fachkollegen zuverlässig garantiert werden, ist in vielerlei Hinsicht vorbildhaft und muss in etwaige neue Strukturen integriert werden“, heißt es in dem Papier.
  • Qualifikation des Personals sicherstellen: „Die Zusatzqualifikationen der Ärzte, die im Notdienst tätig sind, müssen einheitlich geregelt sein“, fordern die Autoren.
  • Patientenkompetenzen stärken: Dazu sollten unter anderem „ängstliche und übervorsichtige Patienten darüber informiert werden, welche Symptome tatsächlich einer notfallmäßigen Vorstellung bedürfen.“ Die Aufklärung über die überarbeiteten Berliner Notfallstrukturen sollte im Rahmen einer medialen Kampagne den Patienten nahegebracht werden.
  • Krankentransportlinie ändern: „Krankentransporte müssen im Akut- und Notfall auch ohne vorherige Genehmigung durch die Krankenkassen von der Wohnung oder dem INZ in eine vertragsärztliche Praxis möglich sein“, fordern die Berliner Experten.
  • Kennzeichnung aller Notfälle über die Kodierung: „Der ambulante Bereich soll sich bemühen, die Zahl der erbrachten Notfälle zu erfassen. Dies kann durch eine Kennzeichnung aller Notfälle über die Kodierung im ambulanten Bereich erfolgen“, so die Autoren.

Im Augenblick würden Notfälle oft mit persönlichem Kontakt am gleichen Tag Fachärzten zugewiesen, allerdings auch auf Überweisungsschein ohne den Hinweis „Notfall“, so dass diese statistisch nicht erfasst würden. © hil/aerzteblatt.de

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