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Ärzteschaft

Fachgesellschaft gegen eine längerfristige Opioidtherapie vor einer Endoprothesen-OP

Dienstag, 22. September 2020

/Christoph Burgstedt, stock.adobe.com

Berlin – Die AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik empfiehlt im Vorfeld einer Endoprothesen-Operation Entzündungshemmer und warnt vor einer unkontrollierten und längerfristigen Anwendung von Opioiden. Sinnvoll sei zudem, die Muskulatur täglich zu dehnen und zu kräftigen und das Gewicht zu kontrollieren.

„In den vergangenen Monaten haben viele unserer Patienten den Eingriff aus Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus abgesagt, beziehungsweise die Krankenhäuser mussten ihre Kapazitäten für akute Coronaerkrankungen freihalten“, berichtete Karl-Dieter Heller, AE-Präsident und Chefarzt der Orthopädischen Klinik am Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig. In der Zwischenzeit sei eine gezielte Therapie der oftmals starken Schmerzen notwendig.

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Er weist daraufhin, dass bei einer Arthrose die Gelenkschleimhaut entzündet ist. Zusammen mit dem oftmals begleitenden Gelenkerguss sei dies die Hauptursache der Schmerzen. Entsprechend müsse diese Entzündung gezielt bekämpft werden.

„Das funktioniert am besten mit sogenannten nicht-steroidalen Entzündungshemmern (NSAR)“, so Heller. Die zunehmend ebenfalls angewandten Opioide seien reine Schmerz­hemmer und wirkten nicht gegen die Entzündung in Hüfte und Knie.

Zudem können sie die Gefahr für Schwindel und Stürze erhöhen und hätten ein Abhän­gig­keitspotenzial auf, so der Experte. „Daher sollten sie laut aktuellen medizinisch-wissenschaftlichen Leitlinien – wenn überhaupt – nur in der niedrigsten wirksamen Dosis und auch nur wenige Wochen eingenommen werden“, betonte Heller.

„Gegen Schmerzen hilft auch Bewegung“, ergänzte Carsten Perka, Generalsekretär der AE und Ärztlicher Direktor des Centrums für Muskuloskelettale Chirurgie, Klinik für Ortho­pädie und Unfallchirurgie an der Charité Berlin. Es gelte, die Muskulatur rund um Hüfte und Knie durch tägliche, sanfte Übungseinheiten möglichst kräftig und beweglich zu halten.

Die Bewegung sorge für die Versorgung des Knorpels mit Nährstoffen, die gekräftigte Muskulatur stabilisiere das Gelenk und die tägliche Dehnung des Gelenkes verhindere Versteifungen.

„Auch wenn Bewegung bei Arthrose sehr schmerzhaft sein kann, lohnt es sich dennoch, etwa eine Stunde am Tag mobil zu sein – es dürfen auch mehrere kleine Einheiten sein“, so Perka.

Beide betonten, das Risiko, sich im Krankenhaus mit dem Coronavirus anzustecken, sei derzeit sehr gering. „Aus unserer Sicht steht einer Operation momentan nichts im Wege, sofern die Pandemiesituation in Deutschland so stabil bleibt wie momentan“, so Heller. © hil/aerzteblatt.de

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