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Politik

Röttgen: Zweiter Lockdown ist nicht auszuschließen

Donnerstag, 24. September 2020

/picture alliance, Flashpic, Jens Krick

Berlin – Der Bewerber um den CDU-Vorsitz, Norbert Röttgen, will nicht ausschließen, dass wegen der steigenden Coronazahlen wie im Frühjahr weite Teile des wirtschaft­lichen und gesellschaftlichen Lebens heruntergefahren werden müssen.

Röttgen sagte heute in der RTL-Sendung „Guten Morgen Deutschland“ zu einem möglichen zweiten Lockdown: „Man kann nichts ausschließen, wenn es darum geht, diese Pandemie wieder unter Kontrolle bringen zu müssen.“

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Der CDU-Politiker erklärte, den ersten Lockdown habe man ja nicht „aus Jux und Dollerei gemacht“. Er fügte hinzu: „Es war ein letztes Mittel, um das Virus unter Kontrolle zu bekommen. Jetzt zu sagen „Das geht nicht mehr“ – das kann man nicht so einfach sagen.“

Zuvor hatte der SPD-Gesundheitspolitiker und Epidemiologe Karl Lauterbach erklärt, er gehe nicht von einem zweiten Lockdown aus.

„Die Wahrscheinlichkeit, noch einmal so einen Lockdown wie vor ein paar Monaten zu erleben, halte ich für gleich null“, sagte er dem Nachrichtenportal watson.de heute. Die Bevölkerung werde größtenteils freiwillig tun, was notwendig sei, um einen weiteren Lockdown zu vermeiden. „Da bin ich absolut sicher.“ © dpa/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #759489
MITDENKER
am Samstag, 3. Oktober 2020, 15:08

Lockdown-Effizienz

Professor Michael T. Osterholm, Director des Center for Infectious Disease Research and Policy an der University of Minnesota.

„Ich bin kein Freund des Lockdown. Wer so etwas verhängt, muss auch sagen, wann und wie er es wieder aufhebt. Da wir ja davon ausgehen müssen, dass uns das Virus noch lange begleiten wird, frage ich mich, wann wir zur Normalität zurückkehren? Man kann doch nicht Schulen und Kitas bis Jahresende geschlossen halten. Denn so lange wird es mindestens dauern, bis wir über einen Impfstoff verfügen. Italien hat einen Lockdown verhängt und hat einen gegenteiligen Effekt erzielt. Die waren ganz schnell an ihren Kapazitätsgrenzen, haben aber die Virusausbreitung innerhalb des Lockdowns überhaupt nicht verlangsamt. Ein Lockdown ist eine politische Verzweiflungsmaßnahme, weil man mit Zwangsmaßnahmen meint, weiter zu kommen, als man mit der Erzeugung von Vernunft käme.“

Zu Schweden:
Klar, die Todesrate pro 100.000 ist nicht blendend. Aber immer noch besser als in vielen Lockdown-Ländern wie Belgien, Spanien, Frankreich etc.
Kein Land in Europa steht momentan besser da als die Schweden. Sogar die WHO hat den schwedischen Weg unlängst gelobt. Dort schaut es momentan so aus: Kaum Erhöhung der positiven Testsergebnisse (und die testen massiv zur Zeit!) und auch die Todesraten sind jetzt besser wie hierzulande. Schweden ist ein gutes Beispiel dafür, dass es ohne Maskenpflicht und harte Massnahmen auch geht. Wenn die Massnahmen so einen starken Effekt hätten, wäre das Desaster dort massiv - was es nicht ist.
Ich zitiere (ntv-Artikel):

"Schweden ergriff die richtigen Maßnahmen

Zum einen kommt es darauf auf die passenden Maßnahmen an. Dass man dafür nicht viele, aber dafür die richtigen Einschränkungen benötigt, sieht man in Schweden. Beim Schutz der Bewohner von Alten- und Pflegeheimen hat das Land zwar anfangs versagt, ansonsten aber genau das Richtige getan, um große Ausbrüche erst gar nicht entstehen zu lassen. Dazu gehört die bis heute geltende strikte Begrenzung von Veranstaltungen oder Versammlungen auf 50 Personen.

Und Tufekci weist darauf hin, dass in Schweden zwar die Schulen nie geschlossen wurden und keine Maskenpflicht gilt."
Avatar #760158
wilhem
am Donnerstag, 24. September 2020, 15:04

Na ja

So starben in Schweden knapp zwölfmal so viele Menschen an Covid-19 wie im Nachbarland
Norwegen und rund fünfmal so viele wie in Dänemark, jeweils unter Berücksichtigung der Bevölkerungsgrößen. Die Vermutung liegt nahe, dass folglich auch mehr Menschen in Schweden
an Langzeitfolgen von Corona leiden als in Ländern mit strengen Ausgangsbeschränkungen und Contact Tracing
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