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Medizin

Inoperables NSCLC Stadium III: Auch nach 4 Jahren anhaltender Vorteil mit konsolidierender Immuntherapie

Donnerstag, 24. September 2020

/utah778, stock.adobe.com

Lugano/Köln – Das nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom im inoperablen Stadium III ist ein Spezialfall: Es ist prinzipiell heilbar, indem man es mit Chemo- und Strahlentherapie behandelt, aber das Rezidivrisiko nach einer solchen definitiven Chemoradiotherapie ist hoch.

Die konsolidierende Gabe des PD-L1-Inhibitor Durvalumab hat hier in den letzten Jahren einen bedeutenden Fortschritt gebracht. Zu der betreffenden Zulassungsstudie PACIFIC wurden nun beim virtuellen Kongress der European Society of Medical Oncology (ESMO) 4-Jahres-Daten vorgestellt [Faivre-Finn C et al. ESMO 2020, Abstract #LBA49].

Mit der PACIFIC-Studie wurden in den letzten Jahren ein neues Kapitel in der NSCLC-Therapie eröffnet: Im Stadium III der Erkrankung, das sehr heterogen ist, gibt es zahlreiche Patienten, deren Tumor als nicht resektabel eingeschätzt wird – sei es aus technischen Gründen oder aufgrund von Begleiterkrankungen, die das Operationsrisiko für den Patienten stark erhöhen würden.

Für diese Patienten steht mit der definitiven Chemoradiotherapie eine recht wirkungsvolle Therapie zur Verfügung, die gleichwohl ein hohes Rezidivrisiko nach sich zieht. Der Ansatz der PACIFIC-Studie zielte darauf ab, die Chemoradiotherapie bei Patienten, die danach nicht im Progress sind, durch eine Konsolidierungstherapie zu ergänzen, die aus der Gabe es PD-L1-Antikörpers Durvalumab alle 2 Wochen für bis zu 1 Jahr besteht (NCT02125461). Dafür wurden über 700 Patienten im Verhältnis 2:1 auf Durvalumab bzw. Placebo randomisiert.

Die Daten zum ko-primären Endpunkt Gesamtüberleben (OS) wurden 2018 vorgestellt (NEJM, 2018; DOI: 10.1056/NEJMoa1809697), die 3-Jahres-Daten beim ASCO-Kongress 2019 (Journal of Clinical Oncology, 2019; DOI: 10.1200/JCO.2019.37.15_suppl.8526):

Demnach erhöhte Durvalumab die 3-Jahresüberlebensrate signifikant von 43,5 % auf 57,0 %; mit einer Hazard Ratio von 0,69 (p = 0,0025) wurde das Mortalitätsrisiko in der Intent-to-treat-Population der Studie um beinahe ein Drittel reduziert.

Eine explorative post-hoc-Analyse von Subgruppen, die auf Wunsch der Zulassungs­behörden erfolgte, zeigte, dass Durvalumab das Mortalitätsrisiko bei Patienten mit einer PD-L1-Expression im Tumor von ≥ 1 % sogar um 41 % verringert (HR 0,59; 95-%-Konfidenzintervall 0,41–0,83); die Daten wurden ESMO-Kongress 2018 präsentiert (Annals of Oncology, 2020; DOI: 10.1093/annonc/mdy291) (ESMO 2018, Abstract #1363O).

Die Zulassung erfolgte in genau dieser Indikation, nämlich für Patienten mit inoperablem NSCLC im Stadium III mit einer PD-L1-Expression von ≥ 1 %, die nach einer definitiven Radiochemotherapie keinen Progress aufweisen; dieser Biomarker dürfte bei etwa 2/3 dieser Patienten vorliegen. Die Therapie hat auch bereits Eingang in die Onkopedia-Leitlinie zum Lungenkarzinom gefunden.

Beim ESMO-Kongress 2020 konnte Corinne Faivre-Finn, Manchester, nun die 4-Jahres-Daten zum Überleben aus der PACIFIC-Studie vorstellen: Diese bestätigen die früheren Daten, sowohl was das progressionsfreie (median 17,2 vs. 5,6 Monate; HR 0,55) als auch das Gesamtüberleben angeht (HR 0,71; 95%-KI 0,57–0,88).

Erstmals konnte der Medianwert für das Überleben im Durvalumab mit 47,5 Monaten festgelegt werden, verglichen mit 29,1 Monaten im Placebo-Arm. Die 4-Jahres-Raten belegen beim Gesamtüberleben (49,6 % vs. 36,3 %) ebenso wie beim progressionsfreien Überleben (35,3 % vs. 19,5 %) den deutlichen Abstand zwischen den Kaplan-Meier-Kurven. Der Vorteil konnte für alle untersuchten Subgruppen bestätigt werden.

Dieses Update zeigt den anhaltenden Vorteil, den die einjährige Erhaltungstherapie mit dem PD-L1-Inhibitor für diese Patienten bringt: Ungefähr die Hälfte der Patienten ist nach 4 Jahren, also etwa 3 Jahre nach Ende der Behandlung noch am Leben, ungefähr jeder dritte sogar progressionsfrei.

Das Konzept wird weiterentwickelt: Laufende Studien testen die gleichzeitige Gabe von Chemoradio- und Immuntherapie, die damit von der Konsolidierung in die primäre Therapie überführt werden könnte. © jfg/aerzteblatt.de

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