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Medizin

Metastasiertes NSCLC: Fast jeder dritte Patient nach 5 Jahren noch am Leben

Donnerstag, 24. September 2020

/appledesign, stock.adobe.com

Lugano/ Köln – Die Einführung der Immuncheckpoint-Inhibitoren in die Erstlinien­therapie des metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) gelang zuerst aufgrund der Ergebnisse der KEYNOTE-024-Studie, in der der PD-1-Antikörper Pembro­lizumab einer Chemotherapie überlegen war.

Beim virtuellen Kongress der European Society of Medical Oncology (ESMO) wurden nun die 5-Jahres-Ergebnisse vor allem zum Gesamtüberleben vorgestellt [Brahmer JR et al. ESMO 2020, Abstract #LBA51].

In der Phase-III-Studie KEYNOTE-024 waren 305 Patienten mit neu diagnostiziertem metastasiertem NSCLC und einer PD-L1-Expression auf mindestens 50 % der Zellen randomisiert worden, entweder alle 3 Wochen 200 mg Pembrolizumab für bis zu 2 Jahre oder eine konventionelle Chemotherapie zu erhalten.

Das Studiendesign sah zum einen vor, dass Patienten, die unter Pembrolizumab in eine Komplettremission kamen und die Behandlung daraufhin beendeten, bei einem erneuten Progress wieder behandelt werden konnten. Zum anderen gab es für Patienten im Chemotherapie-Arm, wenn sie progredient waren, eine Cross-over-Option zu einer Pembrolizuamb-Monotherapie.

Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben, zu den formal untersuchten sekundären Endpunkten zählten Gesamtüberleben, Ansprechrate und Sicherheit; die Dauer des Ansprechens wurde in einer exploratorischen Analyse untersucht.

Bereits in der ersten Auswertung der Studie war Pembrolizumab nicht nur beim progressionsfreien (median 10,3 vs. 6,0 Monate, Hazard Ratio 0,50; p < 0,001), sondern auch bereits – trotz der Cross-over-Option – beim Gesamtüberleben signifikant überlegen gewesen (6-Monates-Raten 80,2 % vs. 72,4 %; HR 0,60; p = 0,005; (NEJM, 2016; DOI: 10.1056/NEJMoa1606774).

Ähnliches galt für die Ansprechraten und die Dauer des Ansprechens, und die Verträglichkeit war unter dem Checkpoint-Inhibitor überdies besser gewesen. Auf diesen Resultaten beruhte die Zulassung von Pembrolizumab als erster Checkpoint-Inhibitor für die Erstlinientherapie von NSCLC-Patienten mit einer PD-L1-Expression von ≥ 50 %.

Beim ESMO-Kongress konnte Julie Brahmer, Baltimore, nun die 5-Jahres-Daten der Studie (NCT02142738) vorstellen: Die mediane Dauer der Nachbeobachtung ab dem Zeitpunkt der Randomisierung betrug 59,9 Monate, und mehr als die Hälfte der Patienten im Chemotherapie-Arm hatte von der Cross-over-Möglichkeit zu Pembrolizumab Gebrauch gemacht. Dennoch war die mediane Überlebensdauer im Pembrolizumab-Arm mit 26,3 Monaten doppelt so lang wie im Kontrollarm mit 13,4 Monaten (HR 0,62; 95%-KI 0,48–0,81).

Insgesamt waren nach 5 Jahren im Verumarm auch doppelt so viele Patienten noch am Leben (31,9 % vs. 16,3 %). Beim progressionsfreien Überleben war Pembrolizumab in dieser Auswertung mit median 7,7 gegenüber 5,5 Monaten ebenfalls noch signifikant überlegen (HR 0,50; 95-%-Konfidenzintervall 0,39–0,66).

1/4 der Patienten im Verumarm (n = 39) konnte die vollen 35 Zyklen Pembrolizumab erhalten, und eine Analyse dieser Subgruppe zeigte eine Gesamtansprechrate von 82,1 % (im gesamten Pembrolizumab-Arm waren es 46,1 %) mit 10,3 % Komplettremissionen. 18 der 39 Patienten waren progressionsfrei nach dem Urteil der behandelnden Ärzte, und 32 von ihnen (82,1 %) waren insgesamt noch am Leben; die übrigen 7 waren an einer Progression ihrer Erkrankung verstorben. Für diese 39 Patienten lässt sich eine 3-Jahres-Überlebensrate nach Ende der 2-jährigen Pembrolizumab-Therapie errechnen: Sie liegt bei 81,4 %.

12 Patienten hatten die Therapie mit Pembrolizumab in kompletter Remission beendet und erhielten nach erneutem Progress eine weitere Therapie mit dem Antikörper, auf die 4 von ihnen (33 %) erneut mit einer partiellen Remission ansprachen. 5 dieser Patienten sind ohne Progress am Leben, 3 davon ohne jede weitere Therapie.

Die bemerkenswerte Wirksamkeit der Checkpoint-Inhibitor-Therapie bei Patienten mit NSCLC und hoher PD-L1-Expression bestätigt sich auch in dieser Langzeit-Auswertung: Überlebensraten von mehr als 30 % nach 5 Jahren waren bei dieser Erkrankung noch vor wenigen Jahren undenkbar.

Dass dieser Vorsprung mit einer Verdoppelung der Rate gegenüber der Chemotherapie trotz der Cross-over-Option so deutlich ist, zeigt, dass die sofortige Behandlung mit dem Checkpoint-Inhibitor entscheidend ist, weil eine Verzögerung Nachteile beim Überleben mit sich bringt, die nicht mehr aufgeholt werden können. © jfg/aerzteblatt.de

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