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Kinder- und Jugendmediziner warnen vor Anstieg der Computerspiel- und Internetabhängigkeit

Freitag, 25. September 2020

/motortion, stockadobecom

Berlin – Vor einem Anstieg der Computerspiel- und Internetabhängigkeit von Kindern und Jugendlichen gerade im Zuge der Coronapandemie warnt die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) und fordert einen besseren Schutz.

Die Gefahren einer übermäßigen Nutzung digitaler Medien würden immer noch unterschätzt, so die DAKJ. Auch in der jüngsten Version der geplanten Gesetzesnovelle zum Jugendschutzgesetz spielten digitale Medien keine Rolle, obgleich die Diagnose „Gaming Disorder“ bereits in den ICD-11 Katalog der Welt­gesund­heits­organi­sation aufgenommen worden sei.

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Kindern und Jugendlichen bräuchten ein behutsames Heranführen an die Nutzung dieser Medien und dürfen dabei nicht allein gelassen werden – sonst drohe laut DAKJ ein „problematisches Nutzungsverhalten und sogar die Entwicklung einer Abhängigkeit“.

Die Implementierung abhängigkeitsfördernder Elemente in die Spielekonzepte bilde nicht selten einen wesentlichen Teil des Geschäftsmodells und damit des wirtschaftlichen Erfolges.

„Hier auf eine freiwillige Selbstkontrolle der Branchenverbände zu setzten, grenzt an Leichtsinn“, erklärte Hans-Iko Huppertz, Generalsekretär der DAKJ. Die längst überfällige Novellierung des Jugendschutzgesetzes müsse daher genutzt werden, um den Gefahren von Computerspielsucht und Internetabhängigkeit entgegenzuwirken.

Die DAKJ fordert unter anderem die Einführung von auf objektiven Kriterien beruhenden Altersbeschränkungen für bestimmte Medienangebote wie Videospiele unter Einbezug deren abhängigkeitsfördernder Medienmechanismen, die Entwicklung eines „Medienscore/Gamingscore“ ähnlich dem „Nutriscore“ wie bei Lebensmitteln sowie die Überprüfung und notfalls Änderung der bisher auf der Selbsteinschätzung der Medienindustrie beruhenden Einordnung der Produkte von industrieunabhängiger Seite. © EB/aha/aerzteblatt.de

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