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Ärzteschaft

Neue Leitlinie zum Management von Großgefäß­vaskulitiden

Freitag, 25. September 2020

/psdesign1, stockadobecom

Berlin – Eine neue S2k-Leitlinie zum Management von sogenannten Großgefäßvaskulitiden haben Ärzte, Wissenschaftler und Patientenvertreter unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) erstellt.

Bei Großgefäßvaskulitiden werden Strukturen in den Wänden von großen Blutgefäßen zum Ziel eines Immunangriffs ‑ hauptsächlich die der Aorta und der davon abzweigenden großen Arterien, die Richtung Hals und Kopf ziehen. Die in Europa häufigste Form der Großgefäß­vaskulitis ist die so genannte Riesenzellarteriitis. Sie betrifft meist Menschen über 50 Jahre und äußert sich durch starke Kopfschmerzen, Schmerzen beim Kauen sowie Beschwerden im Schulter- und Beckenbereich. Auch Fieber kann auftreten.

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„Über 20 Prozent der Betroffenen entwickeln Folgeschäden wie Sehstörungen oder einen Schlaganfall“, erläuterte Bernhard Hellmich, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Rheumatologie und Immunologie der medius Klinik Kirchheim und einer der Koordinatoren der neuen Leitlinie. Dabei zählen die Sehstörungen, die bis zur Erblindung reichen können, zu den frühen Symptomen.

Die Diagnose der Riesenzellarteriitis stützt sich hauptsächlich auf bildgebende Verfahren, eine Biopsie sieht die Leitlinie nur noch in Ausnahmefällen vor. „Mithilfe von hochauflösendem Ultraschall, MRT- oder PET-CT-Aufnahmen der Gefäße kann die Erkrankung heute meist sehr schnell diagnostiziert werden“, sagt der Erstautor der Leitlinie, Jan Henrik Schirmer von der Klinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel.

Im Idealfall geschehe dies im Rahmen einer sogenannten Fast-Track- beziehungsweise Akut-Sprechstunde in einem spezialisierten Zentrum – hier könne eine Riesenzellarteriitis meist innerhalb von 24 Stunden sicher erkannt und die Therapie entsprechend früh eingeleitet werden.

Insgesamt umfasst die neue S2k-Leitlinie 22 spezielle Empfehlungen zu Diagnose, Behandlung und Verlaufskontrolle der Großgefäßvaskulitiden. „Die Leitlinie stimmt sehr gut mit den kürzlich publizierten europäischen Empfehlungen überein“, betont Hendrik Schulze-Koops, Leiter der Rheumaeinheit am Klinikum der Ludwigs-Maximilians-Universität München und Präsident der DGRh. Aber sie enthalte wesentlich detailliertere Empfehlungen für die klinische Praxis.

So würden etwa genaue Richtwerte für die Dosierung und Dauer der Glukokortikoidgabe genannt, die sich nach der jeweiligen Krankheitsaktivität richteten. Das Therapiespektrum ist laut den Leitlinienautoren jedoch in den letzten Jahren um andere Wirkstoffe erweitert worden. Viele Patienten könnten nun von einer Kombinationstherapie profitieren, die es erlaube, die Glukokortikoiddosis rascher zu senken, die Gefahr von Nebenwirkungen zu minimieren und dennoch Rückfälle zu vermeiden. © hil/aerzteblatt.de

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