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Medizin

Pembrolizumab bei seltenen Sarkomen wirksam

Dienstag, 29. September 2020

/peterschreiber.media, stock.adobe.com

Lyon – Eine Immuntherapie mit Pembrolizumab, das die Wirkung der körpereigenen Krebsabwehr verstärkt, hat sich bei einer Reihe von seltenen Sarkomen als wirksam er­wiesen, wie die Erfahrungen aus einer Phase-2-Studie zeigen, die auf dem virtuellen Kongress der European Society of Medical Oncology (ESMO) vorgestellt wurden.

Sarkome sind ebenso selten wie vielfältig. Der Anteil an allen Krebserkrankungen liegt bei weniger als 1 %. Die Tumore haben ihren Ursprung im mesenchymalen Bindegewebe und können überall in Knochen oder den „Weichteilen“ (Knorpel, Fettgewebe oder Mus­kulatur) entstehen. Entsprechend breitgefächert ist die Einteilung.

Die Prognose von Sarkomen ist häufig ungünstig, weil die Tumore frühzeitig metastasie­ren. Die Behandlungsergebnisse von Chemo- und Radiotherapie sind bescheiden.

In der AcSé-Studie, in der das französische „Institut national du cancer“ derzeit die Mög­lichkeiten einer Krebsimmuntherapie mit Pembrolizumab bei Patienten mit seltenen Krebserkrankungen erkundet, wurden auch 80 Patienten mit Sarkomen behandelt.

Darunter waren 24 Patienten mit einem Chordom, 13 Patienten mit einem alveolären Weichteilsarkom (ASPS), 6 Patienten mit desmoplastischen klein- und rundzelligen Tu­moren (DSRCT), 6 Patienten mit einem malignen rhabdoiden Tumor mit Mutationen des SMARCB1-Gens (SMBT). Die anderen 31 Patienten hatten andere seltene Sarkome.

Die Patienten erhielten vom Juli 2017 bis Februar 2020 median 5 Zyklen (Bereich 1 bis 33) Pembrolizumab. Wie Jean-Yves Blay von der Université Claude Bernard in Lyon be­richtet, erzielten 13 Patienten (16,25 %) eine partielle Remission und bei weiteren 29 Patienten (36,25 %) konnte das Fortschreiten des Tumors zunächst gestoppt werden.

Die Ergebnisse hingen sehr stark vom Sarkomtyp ab. Beim SMBT wurde bei 3 von 6 Pa­tienten (50 %) eine Remission erzielt. Beim ASPS konnte der Tumor bei 5 Patienten (39 %) zurückgedrängt werden. Beim DSCRCT wurde bei 1 Patienten (17 %) und beim Chordom bei 2 Patienten (8 %) eine Remission erreicht. Unter den übrigen Histotypen waren es 2 Patienten (6 %).

Das Ansprechen auf Pembrolizumab spiegelte sich in den Überlebensraten wider. Das mediane progressionsfreie Überleben betrug beim Chordom 5,7 Monate, beim ASPS 14 Monate und beim DSCRCT 5 Monate. Beim SMBT war das mediane progressionsfreie Überleben noch nicht erreicht, bei den übrigen betrug es laut Blay 2,7 Monate.

In 3 der 5 Gruppen wurde das mediane Gesamtüberleben erreicht. Es betrug bei den Pa­tienten mit Chordom 20 Monate, bei den DSRCT 7,4 Monate und bei den anderen Histo­typen 5,4 Monate. Die 1-Jahres-Überlebensraten betrugen bei Chordomen 72 %, bei ASPS 90 %, beim DSCRCT 50 %, beim SMBT 83 % und bei den anderen Histotypen 40 %.

Insgesamt 54 Patienten (67,5 %) brachen die Therapie nach median 4 Zyklen ab. 28 Pa­tienten starben nach Erhalt von median 3 Zyklen, davon 27 an den Folgen des Krebs­leidens und 1 aus anderen Ursachen.

Die Ergebnisse zeigen nach Einschätzung von Blay, dass Pembrolizumab bei bestimmten Sarkomen eine Wirkung erzielen kann. Welche Auswirkungen die PD-L1-Expression, die Tumorlast, die Zellinfiltrate des Tumors oder die tertiären Lymphstrukturen haben, lasse sich noch nicht abschätzen. Hierzu seien weitere Studien erforderlich. © rme/aerzteblatt.de

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