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Medizin

MK-4830: Neuartiger Checkpoint-Inhibitor zeigt Wirkung bei soliden Tumoren

Dienstag, 29. September 2020

/Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Toronto – Der monoklonale Antikörper MK-4830, der den Immuncheckpoint ILT4 auf Knochenmarkzellen blockiert, hat in einer ersten klinischen Studie als Monotherapie oder in Kombination mit Pembrolizumab bei austherapierten Patienten mit unterschiedlichen soliden Tumoren Remissionen erzielt. Die Ergebnisse wurden auf dem virtuellen Kongress der European Society of Medical Oncology (ESMO) vorgestellt.

Die Rezeptoren CTLA4 (Ansatzpunkt von Ipilimumab) und PD-1 (Ansatzpunkt von Nivolu­mab und Pembrolizumab) sind nicht die einzigen „Checkpoints“, über die das Immunsys­tem die T-Zellen im Zaum hält.

Eine ähnliche Wirkung könnte auch über den Rezeptor ILT4 („immunoglobulin-like trans­cript 4“) erzielt werden, der sich auf verschiedenen im Knochenmark produzierten Im­mun­zellen befindet wie Monozyten/Makrophagen, dendritischen Zellen und Granulozy­ten.

MK-4830 ist der erste Checkpoint-Inhibitor, der hier angreift. MK-4830 wirkt nicht direkt auf die T-Zellen ein, es fördert aber die Bildung von proinflammatorischen Zytokinen, ein­schließlich GM-CSF und Tumornekrosefaktor-alpha, die die Aktivität der T-Zellen ver­stärken.

In einer Phase-1-Studie wurde MK-4830 bei 84 Patienten mit unterschiedlichen soliden Tumoren eingesetzt. Die Patienten waren median 62 Jahre alt und die Hälfte von ihnen hatte bereits 3 oder mehr andere Behandlungen hinter sich.

50 Patienten erhielten eine Monotherapie mit MK-4830, bei 34 Patienten wurde MK-4830 mit dem Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab kombiniert. Die Patienten erhielten alle 3 Wochen eine Infusion mit MK-4830 mit steigender Dosierung, denn ein Ziel der Phase-1-Studie war es, die maximal verträgliche Dosis zu ermitteln.

Wie Lillian Siu vom Princess Margaret Cancer Centre der Universität Toronto berichtet, wurden die Grenzen der Toxizität nicht erreicht. Bei 52 % der Patienten kam es zu be­hand­lungsbedingten Nebenwirkungen. Sie waren jedoch meist vom Grad 1 oder 2 und stimmten mit den Erfahrungen überein, die mit Pembrolizumab in früheren Studien ge­macht wurden.

Ein erster Blick auf die Wirksamkeit stimmt Siu zuversichtlich. Bei 11 Patienten wurde eine Remission erzielt, bei 2 Patienten war sie komplett. Darunter waren 5 Patienten, die auf eine Anti-PD-1-Therapie nie angesprochen hatten. Die meisten Remissionen waren langfristig. Einige sind laut Siu seit mehr als einem Jahr ohne Rezidiv. © rme/aerzteblatt.de

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