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Medizin

Ernährungsstörungen von Krebspatienten erhöhen Risiko auf nosokomiale Infektionen

Dienstag, 29. September 2020

/dpa

Valencia/Spanien – Ernährungsstörungen, unter denen viele Krebspatienten zumeist krankheitsbedingt leiden, erhöhen bei einer Krankenhausbehandlung das Risiko auf eine nosokomiale Infektion. Dies kam in einer prospektiven Beobachtungsstudie heraus, deren Ergebnisse auf dem virtuellen Kongress der European Society of Medical Oncology (ESMO) vorgestellt wurden.

Viele Krebserkrankungen gehen mit Stoffwechselstörungen einher, die zu einer zuneh­men­den Auszehrung führen. Von den 107 Krebspatienten, die Martin Nuñez Abad von der Universität in Valencia untersuchte, wiesen 48 eine schwere und 19 Patienten eine mäßi­ge Ernährungsstörung nach den Kriterien der „Global Leadership Initiative on Malnutri­ti­on“ auf. Bei 77 Patienten diagnostizierten die Forscher einen Verlust an Muskelkraft (Dy­napenie) und bei 18 einen Mangel an Muskelmasse (Sarkopenie).

Während eines durchschnittlichen Kranken­haus­auf­enthalts von 13,9 Tagen entwickelten 43 Patienten eine nosokomiale Infektion. Am häufigsten waren Infektionen der Atemwe­ge (26 Patienten). Bei den Patienten, die eine nosokomiale Infektion entwickelten, waren Körpergewicht, Body-Mass-Index und fettfreier Masse-Index signifikant niedriger als bei den Patienten ohne nosokomiale Infektion.

Der Anteil der Patienten mit einer nosokomialen Infektion betrug bei den Patienten mit mäßiger Unterernährung 42,1 % und bei den Patienten mit schwerer Unterernährung 52,1 %. Am höchsten war die Inzidenz bei Patienten mit Sarkopenie (61,1 %). Von den Patienten mit ausreichendem Ernährungszustand erkrankten nur 25 %.

Nuñez Abad rät aufgrund der Ergebnisse dazu, den Ernährungszustand von Krebspatien­ten bei der Klinikaufnahme zu überprüfen und eine Fehlernährung zu vermeiden. Dass dadurch nosokomiale Infektionen vermieden werden, lässt sich allerdings durch eine Beobachtungsstudie nicht beweisen.

Es ist möglich und aufgrund des Krankheitsverlaufs auch plausibel, dass ein schlechter Ernährungszustand ein Kennzeichen für eine fortgeschrittene Krebserkrankung ist, die auch ohne Fehlernährung das Infektionsrisiko erhöhten könnte. © rme/aerzteblatt.de

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