NewsÄrzteschaftSterbehilfe auf Agenda des Deutschen Ärztetages
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Sterbehilfe auf Agenda des Deutschen Ärztetages

Montag, 28. September 2020

/nmann77, stock.adobe.com

Berlin – In die Debatte um die Rolle von Ärzten am Lebensende kommt Bewegung. Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) denkt über eine Änderung des Berufsrechts bei der ärztlichen Beihilfe zu Selbsttötungen nach.

„Wir können nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts keine Norm aufrechterhal­ten, die dem Arzt jede Form von Unterstützung untersagt. Die Berufsordnung kann so nicht bleiben“, sagte BÄK-Präsident Klaus Reinhardt dem Spiegel.

Anzeige

Ende Februar hatte das Bundesverfassungsgericht das vom Bundestag beschlossene Ver­bot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung aufgehoben. Die Richter betonten, es gebe ein umfassendes Recht auf selbstbestimmtes Sterben. Darin sei die Freiheit ein­geschlossen, auch die Hilfe Dritter in Anspruch zu nehmen.

Wie die BÄK bestätigte, soll im Mai 2021 der nächste Deutsche Ärztetag über eine Ände­rung der Musterberufsordnung abstimmen. Der BÄK-Vorstand hat das Thema im Juni be­raten und empfiehlt eine Änderung der Musterberufsordnung. In dieser heißt es derzeit: „Ärzte dürfen keine Hilfe zur Selbsttötung leisten.“ Denkbar sei eine Streichung des Sat­zes.

Für die tatsächliche Änderung des Berufsrechts sind am Ende die einzelnen Landesärzte­kammern zuständig. Diese müssten jede für sich eine Änderung beschließen. Reinhardt sagte, er halte die Sterbehilfe nicht für eine ärztliche Aufgabe. In Einzelfällen könne es aber gerechtfertigt erscheinen, einem Patienten beizustehen. © kna/dpa/may/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

14. Oktober 2020
Den Haag – In den Niederlanden soll die Sterbehilfe bei sterbenskranken Kindern im Alter von unter zwölf Jahren legalisiert werden. Ge­sund­heits­mi­nis­ter Hugo de Jonge kündigte gestern eine
Niederlande wollen Sterbehilfe bei Kindern unter zwölf Jahren legalisieren
11. September 2020
Wiesbaden – Keine einfachen Lösungen bei der erneuten Debatte um die Sterbehilfe in diesem Herbst erwartet die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). „Kontroversen am Lebensende“ ist daher
Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin erwartet kontroverse Debatte um die Suizidbeihilfe
25. August 2020
Berlin – Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) zur Suizidbeihilfe, das Ende Februar das seit 2015 bestehende Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe (Paragraf 217 Strafgesetzbuch) für
Sterbehilfe: Anpassung des ärztlichen Berufsrechts angemahnt
19. August 2020
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) hält eine zügige neue strafrechtliche Regelung der Suzidbeihilfe nicht für „sinnvoll“ und plädiert für eine Regelung im Bürgerlichen
Suizidbeihilfe: DGHS plädiert für zivilrechtliche Regelung
13. August 2020
Berlin – Obwohl das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) bereits vor fünf Monaten das 2015 beschlossene Verbot der geschäftsmäßigen, organisierten Suizidbeihilfe – den Paragrafen 217 Strafgesetzbuch
Deutscher Ethikrat gegen Schnellschuss bei Neuregelung der Suizidbeihilfe
11. August 2020
Berlin – Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) zur Sterbehilfe sind 52 Stellungnahmen zu möglichen Neuregelungen beim Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) eingegangen. Die Sichtung
52 Stellungnahmen zu Neuregelungen der Suizidbeihilfe
28. Juli 2020
Rom – In Italien sind zwei Angeklagte, die einen Schwerkranken in eine Sterbeklinik in die Schweiz begleitet hatten, vom Vorwurf der Beihilfe zum Suizid freigesprochen worden. Der Tatbestand sei nicht
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER