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Ärzteschaft

BÄK-Präsident Reinhardt betont Rolle des Patientengespräches

Montag, 28. September 2020

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundes­ärzte­kammer /Lopata

Berlin – Das Gespräch mit dem Patienten bildet das „Zentrum allen ärztlichen Handelns“. Das hat der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Klaus Reinhardt, im Rahmen der aktuellen Folge des BÄK-Podcasts „Sprechende Medizin“ betont.

Alle technischen Prozeduren müssten in das Arzt-Patienten-Gespräch eingebettet werden, so Reinhardt. Dies betreffe unter anderem die Verarbeitung von Informationen, aber auch die Vorbereitung auf interventionelle Maßnahmen. Denn: Vertrauen verbessere die Hei­lungsprozesse.

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Dabei bestünden allerdings aufgrund der „hohen Taktung“ im Versorgungsalltag gewisse Probleme bezüglich der zur Verfügung stehenden Zeit sowie der Vergütungsanreize.

Hier spielten „externe Rahmenbedingungen“ eine Rolle, aber auch von der Ärzteschaft mitzuverantwortende Entwicklungen. Zudem bringe der demografische Wandel eine stei­gende Morbiditätslast – und mithin einen zunehmenden Gesprächsbedarf und Betreu­ungs­aufwand.

An der Problematik, dass die ärztliche Zuwendung in den Vergütungssystemen „nicht an­gemessen berücksichtigt“ wird, arbeite man. Reinhardt verwies hierzu auf die in Überar­beitung befindliche Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Im Rahmen der Novellierung sei vorgesehen, die Gesprächsleistungen besser und differenzierter abzubilden.

Aus der Sicht des BÄK-Präsidenten sollten die Kommunikationsfähigkeiten noch stärker in die ärztliche Aus- beziehungsweise Weiterbildung implementiert werden – dieser Aspekt sei aktuell noch „zu wenig strukturiert“ eingebunden.

Künftig – so der Ausblick Reinhardts – könnten arztergänzende Unterstützungssysteme, wie KI-basierte Diagnosetools, den Ärzten mehr Zeit für Patientengespräche verschaffen.

Das die Ärzteschaft durchaus über ein hohes Maß an Flexibilität bei der Nutzung digitaler Anwendungen verfügt, habe sie jüngst wieder beim stark ausgebauten Angebot von Videosprechstunden in der Coronapandemie bewiesen, sagte er. © aha/aerzteblatt.de

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