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Ärzteschaft

Intensivmediziner rechnen mit Anstieg der Coronatodesfälle

Montag, 28. September 2020

/Tyler Olson, stock.adobe.com

Berlin – Intensivmediziner rechnen damit, dass die Zahl der Todesfälle aufgrund von SARS-CoV-2 in Deutschland weiter wächst. „Die Todeszahlen werden in den kommenden Wochen weiter steigen“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, den Zeitungen der Funke Medien­gruppe. Die aktuell steigende Zahl der COVID-19-Toten spiegele zeitversetzt das anwach­sende Infektionsgeschehen der vergangenen Wochen wider.

Von der Erstinfektion bis zu einer schweren Erkrankung dauere es in der Regel zehn bis 14 Tage, die durchschnittliche Zeit auf der Intensivstation betrage 21 bis 24 Tage. Daraus folge, dass sich viele Menschen, die jetzt stürben, vor mehr als fünf Wochen angesteckt hätten. In den vergangenen Tagen lag die Zahl der vom Robert Koch-Institut (RKI) gemel­de­ten Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronainfektion mehrmals in Folge im zweistelligen Bereich.

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Janssens geht jedoch nicht von einer derart dramatischen Entwicklung wie im Frühjahr aus. „Die Intensivmediziner wissen heute viel mehr über erfolgreiche Behandlungs­mög­lichkeiten und können medikamentös gezielter eingreifen.“ Zudem hätten die Verant­wort­lichen gelernt, besonders gefährdete Gruppen wie Alte und Kranke besser zu schützen.

Zur Bilanz der Pandemie gehörten aber nicht nur die unmittelbaren Todesfälle, betonte Janssens. „Neben den Menschen, die an und mit dem Coronavirus sterben, dürfen wir aber nicht diejenigen vergessen, die weiterhin sterben, weil sie sich aus Angst vor Ansteckung nicht in Praxen und Kliniken trauen.“

Die Gesamtzahl der indirekten Todesfälle werde erst Jahre später beziffert werden können, wenn sämtliche Spätfolgen der Pandemie abschätzbar seien. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #843772
Ronald Knoll
am Dienstag, 29. September 2020, 21:31

Angst vor Covid19?

Natürlich gibt es Begleitschäden, die durch irrationale Ängste hervorgerufen werden. Aber wenn ich mich mal so in den Arztpraxen umschaue, sehe ich meistens, dass mehr Vorsicht so einigen ganz gut täte. Da werden noch immer volle Wartezimmer dadurch geschaffen, dass manche Ärzte nicht nur durch altgewohnte legere Handhabung der terminlosen Behandlung dies provozieren, sondern noch immer Patienten auf Reserve einbestellen. Und ich sehe oft genauso viele Nasen wie Patienten, mit und ohne Maske. Inmitten dieser Nasenparade schiebt ein keuchender Lieferdienstmitarbeiter einen Edelstahlkontainer mit Essen durch den Gang. Maske? Fehlanzeige. "Na wenn ich den Job mit Maske machen soll, kann ich mich gleich krankschreiben lassen"- So oder ähnlich lautet die Standardantwort. Und das nicht nur in den Kliniken, sondern In Geschäften, Imbissbuden und Amtsstuben.
Für mehr Angst vor "Corona" will ich hier nicht plädieren.
Stattdessen meine Message:
"Ihr braucht keine Angst zu haben, wenn Ihr auf ein verantwortungsvolles Umfeld acht gebt !"
Avatar #833365
HartmutSteeb
am Dienstag, 29. September 2020, 19:11

Zunahme der Todesfälle?

Sie schreiben, dass die Todesfälle aufgrund von Corona weiter steigen werden? Wieso "weiter"?`Sind sie hoch? Nein, es sind unter 2 % aller Todesfälle. Warum interessieren die 98% so wenig?
Avatar #736261
Dr. Peter Pommer
am Dienstag, 29. September 2020, 16:41

Erst Angst schüren - dann abwiegeln?!

endlich redet man auch mal über die "indirekten Todesfälle" = Kollateralschäden der covid-Massnahmen - aber erst am Schluss des Artikels, den die Hälfte der Leser nicht mehr liest - nachdem am anfang wieder kräftig und unsachgemäß die Angst geschürt wird, dann erst kommt in der Mitte die gute Nachricht, dass weniger Menschen sterben werden, weil man kompetenter damit umgehen kann.
LNS

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