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E-Zigaretten auf deutschem Markt frei von riskanter Vitamin-E-Verbindung

Dienstag, 29. September 2020

picture alliance/Sven Hoppe/dpa

Berlin – E-Zigaretten auf dem deutschen Markt sind frei von riskanten Vitamin-E-Verbin­dungen. Das teilte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) heute nach gemeinsa­men Tests mit Untersuchungsämtern mit.

Hintergrund sind zahlreiche Fälle von schweren Lungenentzündungen und Todesfällen in den USA im Jahr 2019 nach dem Einatmen von Dampf aus E-Zigaretten.

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Verdächtigt wird Vitamin-E-Acetat, eine ölige Flüssigkeit, die in manchen Liquids enthal­ten ist und die in der Lungenflüssigkeit von Patienten in den USA nachgewiesen wurde. Es wurde der zu verdampfenden Flüssigkeit beigemischt.

Das BfR analysierte gemeinsam mit den chemischen und Veterinäruntersuchungsämtern Karlsruhe und Sigmaringen Stichproben von 57 E-Liquids vom deutschen Markt und aus internationalen Onlineshops auf Vitamin-E-Acetat.

Nur in einem Produkt fanden sich sehr geringe Mengen des Stoffs, von denen keine ge­sundheitlichen Auswirkungen zu erwarten seien. Das BfR riet einmal mehr davon ab, E-Liquids selbst zu mischen und damit ein gesundheitliches Risiko einzugehen. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #688573
Norbert Zillatron
am Dienstag, 29. September 2020, 18:27

EVALI

Tödliche (Ent-)Täuschung

Ein Beitrag der Interessengemeinschaft E-Dampfen e.V. zu diesem Thema.
(Ich hoffe, ich darf ihn hier verlinken)

https://ig-ed.org/2020/09/evali/
Avatar #688573
Norbert Zillatron
am Dienstag, 29. September 2020, 18:24

Vitamin-E-Acetat ist ein fettes Öl

und Grundsubstanzen für Liquids sind mehrwertige Alkohole (PG und VG). Diese bilden eine rein wässrige (polare) Lösung, da sie keine lipophilen Bestandteile haben. Das weiß jeder aus der Küche: Öl und Wasser mischen sich nicht. Selbst wenn man es selber macht. Auch kräftig schütteln hilft da nicht. Wenn die wässrige Lösung verdampft ist, bliebe nur noch das Öl übrig und würde Heizspirale und Docht verkleben und das Gerät damit unbrauchbar machen.

Vitamin-E-Acetat dient(e) ausschließlich dazu, THC-Öl zu strecken und den (Schwarzmarkt-)Händlern einen höheren Gewinn zu bescheren. Für THC-Öl werden anderes dimensionierte Verdampfer benötigt, die auf die wesentlich höheren Temperaturen und die hohe Viskosität ausgelegt sind, lassen sich also nicht in normalen E-Zigaretten verwenden.

Informierten Nutzern der E-Zigarette ist das alles seit Jahren bekannt. Genau wie die Tatsache, dass es wegen der Gefahr einer Lipidpneumonie meist keine gute Idee ist, mit Ölen zu experimentieren.

Warum kann das BfR nicht einfach diese Fakten kommunizieren und ergeht sich lieber in ominösen Warnungen und verschwendet Steuergelder für Untersuchungen, deren Ergebnisse von vorneherein klar sein müssten? Alleine die Tatsache, dass sie diese unnötige Untersuchung durchgeführt suggeriert potenzielle Gefahren, die es in der Realität gar nicht gibt.
Avatar #767798
Cryonix
am Dienstag, 29. September 2020, 17:04

Todesfälle im Zusammenhang mit E-Zigaretten

und delta-9-THC. Oder CUMYL-4CN-BINACA, ein synthetisches Cannabinoid. War da nicht auch dieses Vitamin-E mit dabei?
Richtig, aber das alles gibt es hier nicht. Keine Toten. Keine THC- haltigen Erzeugnisse, denn die sind allesamt verboten. Und der Handel damit steht unter Strafe. Auch das Cumyl- Gedöns steht in einem Gesetz. Und Vitamin ist gesund. Darf aber genau deshalb nicht in E-Liquids zugesetzt sein. Auch ein Gesetz.

Was bitte soll also der ganze Humbug? Berechtigte Frage.
Genau das alles aber bekommt der Leser ständig serviert, wenn er beliebige Publikationen des BfR zur E-Zigarette aufschlägt. Todesfälle USA, synthetische Cannabinoide in Utah, mit Vitamin-E gestrecktes Schwarzmarktzeug – auch USA.

Dann muss dieses BfR wohl eine amerikanische Ermittlungsbehörde sein, die mit der Aufklärung solcher Fälle beauftragt ist. Könnte man meinen. Ist es aber nicht, denn es sitzt in Berlin und beschäftigt sich mit der Produktsicherheit hiesiger deutscher Verbraucherprodukte.

Obwohl es durch eine EU-Direktive unstatthaft ist, Vitamin zu E-Liquids beizusetzen, muss doch bestimmt was davon zu finden sein. Wenn man nur lange genug danach sucht. Dachte man sich beim BfR. Da wurde offenbar aber nichts draus, denn die Suche – so ist in der Presseverlautbarung zu lesen – wurde auf den internationalen Versandhandel ausgedehnt und dort Ware bestellt.

Und bingo! konnte in der Tat in einem Liquid etwas davon nachgewiesen werden. Aus welcher Quelle das aber bezogen wurde, erfahren wir nicht. Genau so wenig, woher denn die Proben stammen, in denen ganz überraschend Spuren von THC gefunden wurden.

Doch damit ist die Mission eigentlich schon zufriedenstellend beendet, denn wir haben wieder
E-Zigaretten, Todesfälle, Vitamin-E-Acetat und THC gut in einem Zusammenhang geframt.

Wohl ein sehr unpassender schlechter Scherz?

Ortswechsel.
Bremen. Da mussten 8 Jugendliche zeitweise stationär mit Vergiftungserscheinungen behandelt werden, nachdem ihnen über eine E-Zigarette Drogen untergejubelt wurden. Die Kripo Bremen hat als Verdächtige sehr schnell drei weitere Jugendliche ermittelt, bei denen Hausdurchsuchungen durchgeführt wurden und mit der Tat in Verbindung stehende Gegenstände beschlagnahmt wurden. In dem Gebräu wurde neben einem sehr starken Schmerzmittel (vermutlich Fentanyl) zusätzlich synthetische Cannabinoide gefunden, die keinesfalls harmlos sind. Denn die besitzen teils eine über 50fach höhere Wirkstärke als THC aus Cannabis. Auch Todesfälle stehen damit im Zusammenhang. Eindeutig ein krimineller Akt.

„Die betroffenen Liquids wurden […] im Tabakhandel erworben.“
BfR Veröffentlichung dazu v. 23.01.2020
LNS
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