NewsPolitikVersorgungsforschung bietet zweite Nutzenbewertung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Versorgungsforschung bietet zweite Nutzenbewertung

Mittwoch, 30. September 2020

/Geza Farkas, stockadobecom

Berlin – Daten aus der Versorgungsforschung sollen schneller verfügbar und für die Politik sowie für Mediziner nutzbar gemacht werden. Einen entsprechenden Methodik­leitfaden kündigte das Netzwerk für Versorgungsforschung zum Start des diesjährigen Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung an.

Bei experimentellen Studien würden Forscher mithilfe vorab definierter Interventionen in die Routineversorgung eingreifen und diese damit kontrolliert verändern, erklärte Monika Klinkhammer-Schalke, Ärztin und Vorstandsmitglied des Netzwerks. Im Unterschied dazu würden versorgungsnahe Daten die Routineversorgung unverändert abbilden können.

Anzeige

Dazu zählen beispielsweise Auswertungen von Krebsregistern oder auch Abrechnungs­daten von Krankenkassen. Deren Analyse würde eine Bewertung ermöglichen, welche Medikamente oder Behandlungen tatsächlich in der Regelversorgung sinnvoll sind.

Das Wissen aus den „ersten Nutzenbewertungen“ des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) könne so ergänzt werden. Das Netzwerk hat für diese Aufgaben die neue Ad hoc Kommission „Real World Data (RWD)/ Real World Evidenz (RWE)“ ins Leben gerufen.

„Insbesondere bei eingeschränkter Generalisierbarkeit der Ergebnisse oder bei fehlender Umsetzbarkeit randomisierter Studien, zum Beispiel bei seltenen Erkrankungen, ist es notwendig, qualitativ hochwertige Daten aus der direkten Versorgung zu nutzen“, sagte Klinkhammer-Schalke.

Bisher hinke die Auswertung der Versorgungsdaten jedoch regelmäßig zwei Jahre zurück, erläuterte der Kongresspräsident Reinhard Busse von der TU Berlin. Um dies zu verbess­ern, seien strukturierte Prozesse, wie sie die Kommission erarbeiten soll, essenziell.

Nach der COVID-19-Pandemie dürfe die Politik nicht in alte Muster zurückfallen. Bei­spielsweise würde die Politik aktuell „auf neue, direktere Weise Fragen an die Wissen­schaftler herantragen“. Andersherum müsse „die Politik die Möglichkeiten der Versor­gungsforschung stärker nutzen, um Entscheidungen evidenzbasiert zu treffen“, so Busse. © jff/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

2. Oktober 2020
Köln – Ob Patienten mit einer chronischen Immunthrombozytopenie von dem Wirkstoff Fostamatinib profitieren, steht nicht fest. Das geht aus einer frühen Nutzenbewertung des Instituts für Qualität und
IQWiG: Kein Zusatznutzen für Fostamatinib bei Chronischer Immunthrombozytopenie
25. September 2020
Berlin – Ab Oktober erhalten Ärzte in ihrer Verordnungssoftware Informationen zur frühen Nutzenbewertung von neuen Arzneimitteln und damit zu ihrem Zusatznutzen. Darauf weist die Kassenärztliche
Informationen zur frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln ab Oktober in der Verordnungssoftware
24. September 2020
Berlin – Die Barmer hat gefordert, dass bestimmte neue Arzneimittel nur in Zentren verordnet werden dürfen. „Wir sollten uns als Gesellschaft fragen, ob wir ein neues Arzneimittel überall in der
Barmer plädiert für Verordnung bestimmter Arzneimittel nur in Zentren
10. August 2020
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat im vergangenen Jahr den Nutzen von 90 Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen bewertet. Seit dem Start der frühen Nutzenbewertung 2011 hat der G-BA dazu
Frühe Nutzenbewertung: 90 Arzneimittelbeschlüsse im vergangenen Jahr
5. August 2020
Berlin – Auch wenn Daten einer großen Krankenkasse nur eine Teilgruppe aller gesetzlich Krankenversicherten darstellen, können sie genutzt werden, um Patientenzahlen in Dossiers zu validieren. Zu
Patientenzahlen in Dossiers lassen sich mit Versorgungsdaten validieren
3. Juli 2020
Berlin – Niedergelassene Ärzte erhalten voraussichtlich erst ab Oktober strukturierte Informationen zur frühen Nutzenbewertung in ihrer Arzneimittelverordnungssoftware. Darauf weist die
Arztinformationssystem: Frühe Nutzenbewertung erst ab Oktober
26. Februar 2020
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) will die wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften und die Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) künftig im Vorfeld der frühen
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER