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Diabetesstrategie: Fachgesellschaften fordern Ressourcen für Umsetzung

Dienstag, 29. September 2020

/dpa

Berlin – Eine nationale Diabetesstrategie soll die Patientenversorgung ver­bessern. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), die Deutsche Gesellschaft für Endo­kri­nologie (DGE) und das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) regen jetzt an, dabei vor allem die Aus- und Weiterbildungskapazitäten in der Diabetologie und Endo­krinologie auszubauen, um die Ziele der Strategie zu erreichen.

„Stoffwechselerkrankungen steigen stetig an, während das medizinische Personal in diesem Bereich zunehmend finanziellen Einsparungen zum Opfer fällt“, kritisierte die DDG Präsidentin Monika Kellerer.

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„Das DRG-System benachteiligt die sogenannte sprechende Medizin, zu der die Diabe­to­logie und Endokrinologie in besonderer Weise zählen“, sagte Günter Stalla, Präsident der DGE. Dies führe zu einer Unterversorgung an Fachärzten, zu Nachwuchsmangel in diesen Fachgebieten sowie zu weniger Forschung, was sich weiter negativ auf die Versorgungs­qualität auswirke.

„Immer mehr Patienten warten monatelang auf einen Termin oder finden gar keinen Spezialisten mehr, der sie betreuen kann“, sagte der DGE-Präsident.

Stalla kritisierte, in den vergangenen drei Jahrzehnten habe sich die Zahl der Lehrstühle in diesem Bereich fast halbiert. „Derzeit findet sich nur noch an acht von 38 medizinisc­hen Fakultäten ein entsprechender klinischer Lehrstuhl mit Direktionsrecht“, so der Experte.

Die beiden Fachgesellschaften und das DZD fordern unter anderem, Lehrstühle für Dia­betologie/Endokrinologie an allen medizinischen Fakultäten einzurichten. Wichtig sei zudem, das Fach im Medizinstudium intensiver zu lehren und für den Nachwuchs at­trak­tive Karrierewege in Forschung und Krankenversorgung zu entwickeln.

Außerdem müsse die sprechende Medizin in den Fallpauschalen besser abgebildet werden, so die Forde­rung von DDG, DGE und DZD. © hil/aerzteblatt.de

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