NewsAuslandEin Viertel der Coronatests unter Ultraorthodoxen in Israel positiv
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Ein Viertel der Coronatests unter Ultraorthodoxen in Israel positiv

Mittwoch, 30. September 2020

/picture alliance, AP, Ariel Schalit

Tel Aviv – Mehr als ein Viertel der auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getesteten Ultraor­tho­doxen in Israel erhält einen positiven Befund. Dies hat heute der Generaldirektor des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums, Hezi Levy, dem Armee-Radio gesagt.

Ein Sprecher des Ministeriums präzisierte, dass sich die Zahlen zwischen 25 und 33 Pro­zent bewegen. Etwa zwölf Prozent der rund neun Millionen Einwohner des Landes sind nach Angaben des Israelischen Demokratie-Institutes strengreligiöse Juden.

Anzeige

In arabi­schen und ultraorthodoxen jüdischen Wohnvierteln hatte es zuletzt hohe Infek­ti­onszah­len gegeben. Dort leben häufig größere Familien auf engem Raum zusammen.

Viele Mitglieder der arabischen Minderheit und viele strengreligiöse Juden fühlten sich schon vor Beginn der Coronakrise nicht vom Staat Israel vertreten. Sie leben teilweise in einer Art Parallelwelt und folgen eher den Vorgaben ihrer eigenen Führung als denen des Staates.

Wie es in Medienberichten hieß, beteten am Feiertag Jom Kippur Hunderte Strengreligi­öse entgegen der Coronaregeln zusammen in Synagogen. Befürchtet wird ein weiterer Anstieg der Zahlen.

Das Gesundheitssystem gerät zunehmend unter Druck. Wie das Gesundheits­mi­nisterium mitteilte, wurden 810 Menschen als schwer erkrankt registriert. Experten hatten zuletzt 800 Fälle als kritische Marke für eine Überlastung des Gesundheitssystems genannt. Am Dienstag fielen 15 Prozent aller vorgenommenen Tests positiv aus.

Das israelische Parlament hat im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus vorübergehende Einschränkungen für Demonstrationen beschlossen. Die Ab­geordneten der Knesset billigten heute die umstrittenen Maßnahmen nach stundenlan­gen Beratun­gen.

Menschen dürfen demnach während des kompletten Lockdowns nur noch an Demonstra­tio­nen teilnehmen, wenn diese weniger als 1.000 Meter von ihrem Zuhause entfernt statt­finden. Weiter als einen Kilometer von seinem Heim darf man sich derzeit wegen des geltenden Lockdowns nur in Ausnahmefällen wegbewegen. Bislang zählte die Teilnahme an einer Demonstration dazu. Die Teilnehmerzahl darf 20 nicht überschreiten.

Die Maßnahme gilt vorerst eine Woche, kann aber unter bestimmten Bedingungen kurz­zeitig verlängert werden. Sie ist Teil von Lockdownrestriktionen, die vorerst bis zum 11. Oktober gelten.

Die Regierung will nach massiv gestiegenen SARS-CoV-2-Infektionszahlen so eine Über­lastung des Gesundheitssystems verhindern. Die geplante Einschränkung von Demonstra­tionen hatte Streit in der Regierung ausgelöst. Die Opposition kritisierte das Vorhaben scharf.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte Demonstrationen wegen der Ansteckungs­gefahr unlängst als „Brutstätten“ des Virus bezeichnet.

Kritiker halten ihm vor, er wolle mit den Maßnahmen die wöchentlichen Proteste mit Tausenden Teilnehmern gegen sich verhindern. Der Regierungschef steht wegen seiner Coronapolitik und eines gegen ihn laufenden Korruptionsprozesses massiv in der Kritik. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

30. Oktober 2020
Berlin – Angesichts der exponentiell steigenden ​Infektionszahlen mit SARS-CoV-2 in Deutschland hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) heute weitere zeitlich befristete bundeseinheitliche
G-BA aktiviert bundeseinheitliche Coronasonderregeln für verordnete Leistungen
30. Oktober 2020
Saarbrücken – Es gibt Zweifel daran, dass ein Lockdown bis Ende November ausreichen wird, um die Coronapandemie wieder in den Griff zu bekommen. Der COVID-Simulator der Universität des Saarlandes
Ende des Lockdowns in einem Monat laut COVID-Simulator unrealistisch
30. Oktober 2020
Düsseldorf – Wegen steigender Zahlen von Coronapatienten auf Intensivstationen hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) aufgefordert, die
Debatte um Wiedereinführung der Freihaltepauschale
30. Oktober 2020
Berlin – Zum dritten Mal in Folge ist bei den erfassten Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland ein Höchstwert erreicht worden. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des
Neuer Höchstwert: 18.681 Neuinfektionen in Deutschland
30. Oktober 2020
Brüssel – Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 sollen in Deutschland laut Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) im November digitale Einreiseanmeldungen eingeführt werden.
Digitale Einreiseanmeldungen ab November
30. Oktober 2020
Köln – Intensivmediziner haben betont, dass während der zweiten Welle der Coronapandemie auch Intensivkapazitäten für Nicht-COVID-Patienten bereitgehalten werden müssten. Wenn die Infektionszahlen
Verdrängungswettbewerb auf Intensivstationen deutet sich an
30. Oktober 2020
Berlin – Die privaten Pflegearbeitgeber wollen Pflegeheime und Pflegedienste mit einem ersten Kontingent von fünf Millionen Coronaschnelltests versorgen. Das kündigte der Präsident des Bundesverbands
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER