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Ausland

Reisewarnungen für eine Reihe von EU-Regionen

Donnerstag, 1. Oktober 2020

/wernerimages, stock.adobe.com

Berlin – Angesichts der deutlich gestiegenen SARS-CoV-2-Infektionszahlen in Europa hat die Bundesregierung weitere Regionen der EU zu Risikogebieten für Reisende erklärt. Da­runter fallen die gesamten Länder Belgien und Island sowie weitere Gebiete Frankreichs. Das Auswärtige Amt erließ gestern entsprechende Reisewarnungen.

Insgesamt gelten die Neueinstufungen als Risikogebiete für Regionen in zehn EU-Staa­ten, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilte. Dazu gehören auch Teile von Großbri­tann­ien, nämlich ganz Nordirland und Wales. In Irland wurde das Grenzgebiet zu Nordir­land derart eingestuft.

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In Frankreich gilt die Einstufung als Risikogebiet und damit die Reisewarnung inzwischen für den größten Teil des Landes. Davon ausgenommen bleibt nur noch die an Deutsch­land angrenzende Region Grand-Est, zu der das Elsass und Lothringen gehören.

In Frankreich war die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 gestern wieder auf mehr als 10.000 gestiegen. Die Gesundheitsbehörden gaben 12.845 Neuinfek­tionen innerhalb von 24 Stunden bekannt, nach rund 8.000 am Vortag.

Die Bundesregierung stufte auch diverse Gebiete in Osteuropa neu als Risikogebiete ein. Dazu gehören in Ungarn die Regionen Csongrad, Vas sowie Pest mit der Hauptstadt Buda­pest. In Rumänien wurden die Regionen Alba und Cluj auf die Liste der Risikogebiete ge­setzt, in Slowenien die Region Koroska.

In Estland wurde die Region Idu-Viru als Risikogebiet eingestuft, in Litauen die Region Siauliu. Nicht mehr als Risikogebiete gelten hingegen nun die Regionen Sibensko-knins­ka und Zadarska in Kroatien sowie der Kanton Freiburg in der Schweiz.

Entscheidend für die Einstufung als Risikogebiet ist, dass die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner liegt. Die Einstufung bedeutet, dass Rückkehrer bei der Einreise nach Deutschland einen negativen Coronatest vorlegen oder sich zwei Wochen lang in häusliche Quarantäne begeben müssen.

Die entsprechenden Reisewarnungen des Auswärtigen Amts kommen allerdings nicht Rei­severboten gleich. Aber Menschen, die trotz Reisewarnung in die be­troffe­nen Länder und Regionen reisen, handeln auf eigenes Risiko – oft auch mit Blick auf den Versicherungsschutz.

Ab Mitte Oktober soll für Rückkehrer aus den Risikogebieten eine neue Quarantänerege­lung gelten, deren Details aber noch festgelegt werden müssen. Bislang ist geplant, dass die Quarantäne durch einen Test ab dem fünften Tag nach der Rückkehr beendet werden kann.

Der Deutsche Reiseverband (DRV) übte scharfe Kritik an den Quarantäne-Vorschriften für Reisende. Die Zwangsquarantäne sei unverhältnismäßig und führe die Reisewirtschaft „auf direktem Weg in einen zweiten Lockdown“, sagte Verbandschef Norbert Fiebig dem Handelsblatt. Er forderte stattdessen eine Ausweitung der Coronatests. Dadurch lasse sich die Einschleppung des Virus wirksam unterbinden.

Das Auswärtige Amt änderte in der Nacht zu heute seine Linie bei den Reisehinweisen und -warnungen zur Coronapandemie. Seine seit Monaten geltende pauschale Warnung vor Reisen ins außereuropäische Ausland hob das Ministerium auf. Es veröffentlicht nun nur noch länderspezifische Warnungen und Hinweise. © afp/aerzteblatt.de

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