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Medizin

Metaanalyse: Venöse Thromboembolien bei COVID-19-Patienten auch auf Normalstation erhöht

Dienstag, 6. Oktober 2020

/tussik, stock.adobe.com

Wien – Eine Metaanalyse von 66 Studien mit mehr als 28.000 Patienten bestätigt, was sich bereits zu Beginn der Pandemie abzeichnete: COVID-19-Patienten erleiden vermehrt Thrombosen und Lungenembolien.

Gut 1/5 der Intensivpatienten entwickelte demnach eine venöse Thromboembolie, aber auch bei Patienten auf Normalstationen war das Risiko deutlich erhöht, wie die Autoren in Research and Practice in Thrombosis and Haemostasis berichten (DOI: 10.1002/rth2.12439).

Die quantitative Analyse umfasste 28.173 größtenteils hospitalisierte COVID-19-Patienten, die im Schnitt 62,6 Jahre alt waren. 20 % von ihnen wurden auf einer Intensiv­station behandelt. Insgesamt habe die Prävalenz venöser Thromboembolien (VTE) 14,1 % (95-%-KI 11,6‐16,9) betragen – und dies obwohl in vielen der Studien eine Thrombose­prophylaxe verabreicht worden sei, schreiben Stephan Nopp von der Medizinischen Universität Wien und seine Co-Autoren.

Unterschiede ergaben sich in Abhängigkeit vom Setting: Subgruppenanalysen zeigten eine VTE-Prävalenz von 22,7 % (95-%-KI 18.1‐27.6) bei Intensivpatienten. Aber auch 7,9 % (95-%-KI 5.1‐11.2) der COVID-19-Patienten auf Normalstationen entwickelten eine VTE. Damit lag auch ihr VTE-Risiko höher als bei sonst hospitalisierten Patienten mit anderen internistischen Erkrankungen.

Ein besonderes Augenmerk legten Nopp und seine Kollegen auf die Bewertung des Risikos einer potenziell lebensbedrohlichen Lungenembolie: Sie berichten, dass die Prävalenz von Lungenembolien bei den Patienten auf Normalstationen 3,5 % (95-%-KI 2,2‐5,1) und bei den Intensivpatienten 13,7 % (95-%-KI 10,0‐17,9) betragen habe. Dieses Risiko war somit im Vergleich zu anderen schweren Erkrankungen ebenfalls deutlich erhöht.

Ultraschall-Screening verbessert Thromboseerkennung

Wie viele VTE entdeckt und berichtet wurden, hing stark von der Durchführung eines systematischen Thrombose-Screenings mittels Ultraschall ab: In den 52 Studien ohne ein entsprechendes Screening lag die Prävalenz bei 9,5 % (95-%-KI 7,5‐11,7), in den 14 Studien mit Ultraschall-Screening dagegen bei 40,3 % (95-%-KI 27,0‐54,3).

Zudem zeigte sich, dass Patienten, die im Verlauf der Erkrankung eine Thrombose oder Lungenembolie entwickelten, eine deutlich erhöhtes D-Dimer bei der Krankenhausauf­nahme aufwiesen – ein Laborwert, der auf ein aktiviertes Gerinnungssystem hinweist. Die gewichtete mittlere Differenz zwischen den beiden Patientengruppen betrug 3,26 µg/ml (95-%-KI 2,76‐3,77).

Diese Erkenntnisse, so die Autoren, böten nun eine Grundlage, um in Abhängigkeit vom Schweregrad der COVID-19-Erkrankung das Risiko einer Thrombose abzuschätzen. Ob ein erhöhtes D-Dimer bei stationärer Aufnahme eine Intensivierung der Blutverdünnung rechtfertige, müssten allerdings künftige Studien erst noch zeigen. © nec/aerzteblatt.de

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