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Nutri-Score soll im November starten

Montag, 5. Oktober 2020

Julia Klöckner (CDU) präsentiert das Nutri-Score-Label auf einer Pressekonferenz. /picture alliance, Kay Nietfeld

Berlin – Das neue farbige Logo Nutri-Score soll ab November auf breiter Front starten können, damit Kunden gesündere Lebensmittel beim Einkauf leichter erkennen. Bundes­ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) sagte, die Kennzeichnung biete Verbrauchern leicht verständliche und vergleichbare Informa­tionen und damit „die beste Orientierung am Supermarktregal“.

Eine von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Verordnung hat inzwischen grünes Licht der EU, der Bundesrat soll an diesem Freitag zustimmen. Sie schafft den Rechts­rah­men, damit Hersteller das Logo freiwillig auf die Packungen von Fertigprodukten drucken können.

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Klöckner sagte: „Ich habe die klare Erwartung an die Unternehmen, dass sie die Kenn­zeichnung nutzen.“ Dabei gehe es für Verbraucher nicht um Verzicht, sondern bewusste Entscheidungsmöglichkeiten, ohne langwierig Nährwerttabellen studieren zu müssen.

„Diese bleiben weiterhin auf der Rückseite erhalten. Aber auf der Vorderseite wird es eine optisch klare Orientierungshilfe geben. Wenn zu viele Fette, Zucker oder Salz enthalten sind, wird die Bewertung ungünstiger.“

Das aus Frankreich stammende System bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe und bestimmte Proteine in eine Ge­samtbewertung ein und gibt dann einen einzigen Wert an – auf einer fünfstufigen Skala von „A“ auf dunkelgrünem Feld für die günstigste Bilanz über ein gelbes „C“ bis zum roten „E“ für die ungünstigste. Das zutreffende Feld wird hervorgehoben.

Das Logo ist schon seit einiger Zeit in deutschen Supermärkten zu sehen. Mehrere Le­bens­­­mittel­hersteller und Händler haben eine Einführung angekündigt, wenn der Rechts­rahmen da ist.

Klöckner hatte sich nach langem Streit um ein neues Nährwert-Logo im vergangenen Jahr auf den Nutri-Score festgelegt. Die Verordnung war im März an die EU-Kommission ge­schickt worden und gilt nach dem Ablauf einer sechsmonatigen Frist für Einwände am 11. September jetzt als gebilligt.

Nach der erwarteten Zustimmung des Bundesrats am Freitag soll die Verordnung voraus­s­ichtlich Anfang November verkündet werden. Dann ist das Logo in Deutschland rechts­sicher zu verwenden.

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Um die neue Kennzeichnung bei Verbrauchern bekannter zu machen, plant das Minis­te­rium eine begleitende Informationskampagne zur Einführung in Deutschland. Ziel sei auch, Akzeptanz zu fördern und Unternehmen zur Teilnahme zu motivieren.

Verbraucherschützer dringen auf eine möglichst breite Verwendung des Logos im Handel. Es solle auch nicht nur für Produkte mit günstiger Ernährungsbilanz genutzt werden.

Wie das Ministerium erläutert, ist eine verpflichtende Einführung auf nationaler Ebene nach EU-Recht nicht möglich. Klöckner macht sich in der laufenden deutschen EU-Rats­präsidentschaft aber dafür stark, ein EU-weit verpflichtendes Nährwertlogo voran­zubrin­gen. Dies gehört auch zu einer Strategie der EU-Kommission für nachhaltige Lebens­mittel. © dpa/aerzteblatt.de

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