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Vermischtes

Häufung von Coronainfizierten am Helios-Klinikum

Montag, 5. Oktober 2020

/picture alliance, Patrick Pleul

Bad Saarow/Potsdam – Wegen einer Häufung von Coronainfizierten am Helios-Klinikum in Bad Saarow (Landkreis Oder-Spree) nimmt das Krankenhaus nach Angaben des Bran­den­burger Ge­sund­heits­mi­nis­teriums keine neuen Patienten mehr auf. Für die Einrichtung wurde ein Aufnahmestopp erteilt, Patienten dürfen auch nicht in an­dere Kliniken verlegt werden, wie Sprecher Gabriel Hesse vorgestern sagte.

Seinen Angaben zufolge sind bislang 20 positive Fälle bekannt, betroffen sind elf Mitar­beiter und neun Patienten. Die Kontaktnachverfolgungen und Untersuchungen zum Aus­bruchsgeschehen vor Ort liefen. Alle Patienten und alle Mitarbeiter werden auf das Coro­navirus SARS-Cov-2 getestet.

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Auch auf der Webseite des Krankenhauses wurde darauf hingewiesen, dass das Klinikum bis auf Weiteres vorsorglich keine Patienten stationär aufnehme. Das Krankenhaus ver­fügt nach eigenen Angaben über 585 Betten. Die Einrichtung ist unter anderem mit 17 Kliniken, zwei Instituten, einer Zentralen Notaufnahme und einem Zentrallabor ausge­stattet. Insgesamt arbeiten am Standort etwa 1.200 Mitarbeiter. Für das Klinikum gelte ein Besuchsverbot, wie Hesse weiter mitteilte.

Die Rettungsstelle sei abgemeldet worden und werde nicht mehr von Krankenwagen an­gefahren. Für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung werde auf das bewährte regionale Krankenhausnetzwerk zurückgegriffen, teilte der Landkreis vorgestern mit.

Die umliegenden Krankenhäuser in Frankfurt (Oder) und Beeskow (Landkreis Oder-Spree) seien informiert und auf die Aufnahme zusätzlicher Patienten vorbereitet. „Wir haben ein gutes Netz regionaler Krankenhäuser, und die Rettungswagen wissen, welche Einrich­tungen sie ansteuern können“, bestätigte Ministeriumssprecher Hesse.

Die ersten Coronavirusfälle hatte das Krankenhaus dem Gesundheitsamt laut Ministerium bereits am vergangenen Dienstag gemeldet. Seitdem stünde die Behörde im engen Kon­takt mit den Klinikverantwortlichen.

Im März hatte ein Ausbruch des Coronavirus am größten Potsdamer Krankenhaus – dem Klinikum Ernst von Bergmann – für Aufsehen gesorgt und personelle Konsequenzen nach sich gezogen. Dort hatten sich Coronainfektionen gehäuft.

Die Staatsanwaltschaft Pots­dam nahm im Juni Ermittlungen gegen drei leitende Ärzte und die damalige Geschäfts­führung wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung auf.

Zwei seit April beurlaubte Geschäftsführer stehen im Verdacht, sie hätten organisa­tori­sche Maßnahmen nicht oder nicht rechtzeitig ergriffen. Drei Ärzten wird vorgeworfen, COVID-19-Erkrankungen oder Verdachtsfälle nicht oder verspätet gemeldet zu haben.

Das Krankenhaus, das etwa eine halbe Million Menschen in der Region versorgt, hatte nach dem Ausbruch ein neues Sicherheits- und Hygienekonzept entwickelt. © dpa/aerzteblatt.de

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