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Politik

Weniger Krankenhausstandorte in Baden-Württemberg

Montag, 5. Oktober 2020

/upixa, stockadobecom

Stuttgart – In Baden-Württemberg sind nach Auskunft des Sozialministeriums in den ver­gangenen zehn Jahren 30 Krankenhäuser geschlossen worden. Von ehemals 236 (2011) gab es zum Stichtag 1. Januar 2020 noch 206 Kliniken. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der Landtags-AfD an das Ministerium hervor.

In vielen Krankenhäusern brachen durch die Coronapandemie zudem Einnahmen weg und die Kosten stiegen. Das Defizit ist laut Sozialministerium hauptsächlich durch weni­ger Patienten und durch Mehraufwendungen je COVID-19-Fall und Tag bedingt.

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Dafür erhielten die Kliniken Geld vom Bund: Bis heute sind laut einem Sprecher des Sozi­al­ministeriums 936 Millionen Euro an Krankenhäuser in Baden-Württemberg geflossen. Doch dies reichte nicht überall aus, um Defizite auszugleichen und Schieflagen zu ver­mei­den.

„Die Krankenhäuser des Landes haben daher insbesondere zum Ausgleich der besonde­ren organisatorischen, personellen und ausrüstungsmäßigen Mehrbelastungen sowie auch zum Ausgleich coronabedingter Investitionen zusätzliche Landeshilfen im Umfang von bis zu 210 Millionen Euro erhalten“, so der Sprecher.

Mussten die Krankenhäuser am Anfang der Coronapandemie 35 Prozent ihrer Intensiv- und Beatmungsplätze für COVID-19-Fälle freihalten, sind es jetzt weniger, um wieder mehr Platz für andere Patienten zu schaffen. Die bisherige Freihaltequote wurde wegen der aktuell geringen Belegung auf zehn Prozent reduziert.

Die Coronakrise hat laut Sozialminister Manne Lucha (Grüne) gezeigt, dass sich der Weg der Konzentration und Schwerpunktbildung bewährt hat. „Benötigt wurden aufgrund der Erfahrungen in anderen Ländern zum einen hoch spezialisierte Intensiv- und Beatmungs­plätze. Diese wurden überwiegend an den großen medizinischen und mittelgroßen Kran­kenhausstandorten vorgehalten und ausgebaut“, erklärte Lucha.

Durch Kompetenz und Professionalisierung an den spezialisierten Zentren habe man sich schnell auf die individuellen Bedürfnisse der intensivbehandlungsbedürftigen Patienten einstellen und schnelle Rückschlüsse für weitere Therapieempfehlungen geben können.

Die Konzentration wird sich nach Einschätzung des Sozialministeriums fortsetzen. So wer­den die Krankenhausstandorte in Lörrach, Rheinfelden, Schopfheim und das St. Elisa­bethen-Krankenhaus Lörrach mit der Fertigstellung eines Zentralklinikums nicht mehr weiterbetrieben.

Mit dem Neubau des Zentralklinikums soll 2021 begonnen werden. Der Krankenhaus­trä­ger geht davon aus, dass der Neubau frühestens 2025 den Betrieb aufnehmen kann. Au­ßerdem werden die Standorte Böblingen und Sindelfingen aufgegeben, wenn die „Flug­feldklinik“ in Böblingen ihren Betrieb aufnimmt – dies ist ebenfalls bis 2025 geplant. © dpa/aerzteblatt.de

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