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Ausland

WHO erinnert an psychische Auswirkungen der Pandemie

Dienstag, 6. Oktober 2020

/Kittiphan, stock.adobe.com

Genf – Die Coronakrise stellt viele Menschen auch vor schwere psychische Probleme, doch wird dieser Aspekt nach Angaben der WHO im weltweiten Kampf gegen das Virus häufig übersehen.

Zwar hätten in einer Umfrage 83 Prozent von 130 befragten Ländern angegeben, die psychische Gesundheit in ihren Pandemiereaktionsplänen aufgenommen zu haben, doch nur 17 Prozent hätten die dafür benötigten Gelder tatsächlich bereit­gestellt, teilte die WHO gestern mit.

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Die Psyche sei ein „vergessener Aspekt von COVID-19“, sagte die WHO-Direktorin für psychische Gesundheit, Devora Kestel, bei einer virtuellen Pressekonferenz. „Die Trauer um gestorbene Coronaopfer, Vereinsamung, Einkommensverluste und Angst lösen psychi­sche Erkrankungen aus oder verschlimmern bereits bestehende Erkrankungen“. Viele Men­schen reagierten auf ihre Probleme mit „erhöhtem Alkohol- und Drogen­konsum, Schlaflosigkeit und Angstzuständen“.

Obwohl alle Regionen der Welt betroffen sind, gelang es reichen Staaten laut WHO bess­er, Dienstleistungen im Kampf gegen psychische Probleme aufrechtzuerhalten. 30 Pro­zent der zwischen Juni und August befragten Staaten aber gaben an, dass vor allem die Notfall- und Medikamentenversorgung Betroffener unter der Krise litten.

Auch Präventionsprogramme seien stark betroffen – unter anderem aufgrund von Reise­beschränkungen. Inzwischen gebe es aber auch kreative Lösungsansätze wie Telemedizin und Teletherapie.

Die WHO wies auf Schätzungen vor Beginn der Pandemie hin, wonach allein durch De­pres­sionen und Angstzustände jedes Jahr rund 1 Billion Dollar (850 Milliarden Euro) an Produktivität verloren gingen – aber jeder Dollar, der für ihre Behandlung ausgegeben wurde, fünf Dollar einbrachte.

Anlässlich des Welttags für psychische Gesundheit organisiert die WHO am kommenden Samstag in den Online-Netzwerken eine globale Veranstaltung, um über das Problem zu informieren und zu Spenden aufzurufen.

An ihr nimmt auch die Witwe von Linkin-Park-Sänger Chester Bennington teil, der im Jahr 2017 Suizid beging, sowie der Vater des schwedischen DJs und Superstars Avicii, der 2018 tot aufgefunden worden war. © afp/aerzteblatt.de

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Andre B.
am Mittwoch, 7. Oktober 2020, 05:15

Leiter des Instituts für Rechtsmedizin der Charité Berlin, schildert gruselige "Kollateralschäden" der "Corona-Maßnahmen"

Zu hören in der "NDR Talk Show" vom 2.10. ab ca. Minute 3 (https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ndr_talk_show/Forensiker-Michael-Tsokos-schreibt-nebenbei-Thriller,ndrtalkshow6208.html) :

Dr. Michael Tsokos sagte u.a. folgendes:

"Zunächst war natürlich im März auch für uns die Unsicherheit, was hat das für unsere Arbeit zu tun. Und da hat ja das Robert-Koch-Institut relativ zu Anfang gesagt "Keine Obduktionen wegen Infektionsgefahr". Und ich habe auch zu meinen Leuten gesagt "Ist Quatsch". Wenn wir uns richtig schützen, dann ist es weitaus weniger gefährlich als z.B. Tuberkulose. Und dann hatten wir im März einen Tag, da sind fünf alte Menschen an Covid-19 eben gestorben in einem Altenheim, und dann habe ich gesagt, ich mache die Sektionen alle alleine, um einmal zu zeigen, ich bin nicht der Chef, der sagt "Macht mal, da tut sich keiner was" und ich sitze in meinem Büro. Und das hat sich dann in der Routine eingespielt."

"Wir haben natürlich jetzt auch als Rechtsmediziner viel weniger Covid-19-Tote, sondern viel mehr die Kollateralschäden, die wir jetzt sehen. Allein letzte Woche habe ich mehrfach Menschen obduziert, die seit dem Lockdown nie wieder aus ihrer Wohnung raus sind, die da wirklich jetzt hochgradig fäulnisverändert in Messie-Wohnungen lagen, mit Gasmasken, mit Astronautennahrung, also fast schon Prepper-mäßig vorbereitet, die auch keiner vermißt hat. Und das sehen wir jetzt ganz viel, daß Wohnungen aufgemacht werden und da werden eben hochgradig fäulnisveränderte Leichen gefunden von Menschen, die nicht ins Krankenhaus gegangen sind, weil ihnen eben aufgrund der ganzen Drohszenarien, die aufgemacht wurden, die Angst überwog rauszugehen. Also da sehen wir schon ganz andere Bilder."
LNS
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