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Politik

Zahl der Krankenhausbetten geht stark zurück

Mittwoch, 7. Oktober 2020

/upixa, stock.adobe.com

Wiesbaden – Die Zahl der Krankenhausbetten in Deutschland ist deutlich zurückgegan­gen. 2018 standen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von heute 498.000 Krankenhausbetten in 1.925 Kliniken bereit. 1991 hatte es noch 666.000 Betten in 2.411 Krankenhäusern gegeben. Das bedeutet einen Rückgang um 25 Prozent.

Auf 100.000 Einwohner kamen damit 2018 bundesweit durchschnittlich 600 Kranken­haus­betten. Die Quote schwankte regional deutlich: Besonders hoch war sie zuletzt in Thüringen und Bremen (jeweils rund 740), besonders niedrig in Baden-Württemberg (500) und Niedersachsen (530).

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Weniger unterschiedlich fiel die Auslastung der Krankenhäuser aus, die bundesweit bei 77 Prozent lag: Sie war am niedrigsten in Sachsen-Anhalt, wo zuletzt weniger als drei Viertel der vorhandenen Betten belegt waren (73,7 Prozent). In Berlin waren es 84,1 Pro­zent – im Ländervergleich der höchste Wert.

Bei den Krankenhausträgern gab es eine deutliche Verschiebung von den kommunalen zu privaten Trägern: War 1991 jede zweite Klinik in öffentlicher Hand (46 Prozent), so ist der Anteil seither auf 29 Prozent geschrumpft. 34 Prozent wurden von Kir­chen, Stiftungen oder Vereinen unterhalten (freigemeinnützige Träger). 1991 waren es 39 Prozent. Der Anteil der privaten Träger stieg von 15 Prozent 1991 auf 37 Prozent.

Da Krankenhäuser in öffentlicher Trägerschaft im Schnitt dreimal so groß waren wie Pri­vatkliniken und fast doppelt so groß wie Häuser in freier Trägerschaft, stand 2018 insge­samt betrachtet jedes zweite Krankenhausbett in einer öffentlichen Einrichtung (48 Pro­zent).

Im gleichen Zeitraum gab es eine deutliche Zunahme beim ärztlichen Personal. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigungen stieg um 73 Prozent auf 165.000 im Jahr 2018. Im Pflege­dienst war dagegen die Zahl der Vollzeitäquivalente mit 331.000 im Jahr 2018 nur ge­ring­fügig höher als 1991 (326.000).

Zugenommen hat nach Angaben der Statistiker auch die Zahl der Intensivbetten: Sie stieg um 36 Prozent von 20.200 im Jahr 1991 auf 27.500 im Jahr 2018. Das war allerdings noch vor der Coronapandemie, die in den vergangenen Monaten zu einem weiteren Ausbau der intensivmedizinischen Betreuung führte. © kna/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #830245
Hortensie
am Donnerstag, 8. Oktober 2020, 14:48

Ungute Entwicklung

Menschen, die aus medizinischen Gründen ein Einzelzimmer benötigen, etwa wegen hoher Allergiebereitschaft auf z. B. Duftstoffe (vom Bettnachbar, vom Personal, etc.) oder weil sie nachts wegen zu warmer und/oder zu trockener Luft mit gekipptem Fenster schlafen müssen, können schon heute kein Einzelzimmer mehr bekommen, auch wenn sie dies bezahlen wollen. Es gibt infolge der Betteknappheit keine Einzelzimmer mehr.
Sollen diese Menschen dann auf notwendige Operationen verzichten?
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