NewsAuslandFDA dämpft Hoffnung auf schnelle Impfstoffzulassung gegen SARS-CoV-2
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

FDA dämpft Hoffnung auf schnelle Impfstoffzulassung gegen SARS-CoV-2

Mittwoch, 7. Oktober 2020

/pixelaway, stock.adobe.com

Washington – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Hoffnung auf eine schnelle Zu­lassung eines Impfstoffes gegen SARS-CoV-2 in den USA gedämpft. Die Behörde veröff­ent­lichte heute ihre Richtlinien für die beschleunigte Zulassung eines Impfstoffs.

Demnach müssen Hersteller, die einen Impfstoff in der dritten und letz­ten Testphase an tausenden Menschen erproben, eine Nachbeobachtungszeit von min­des­tens zwei Mona­ten nach der zweiten Impfdosis einplanen.

Anzeige

Dies sei notwendig, um ausreichend Daten „zur Bewertung des Risiko-Nutzen-Profils eines Impfstoffs“ zu erheben. Damit ist es äußerst unwahrscheinlich, dass noch vor der US-Präsidentschaftswahl am 3. November ein Impfstoff zur Verfügung steht.

Die beiden Unternehmen Moderna und Pfizer, deren klinische Studien bislang am wei­testen fortgeschritten sind, haben die dritte Test-Phase erst Ende Juli begonnen.

Da die zweite Impfdosis jeweils 28 Tage nach der ersten Dosis verabreicht wird, ginge die von der FDA geforderte Nachbeobachtungszeit bei den allerersten Probanden also Ende Oktober zu Ende. Die Unternehmen hätten dann aber vermutlich noch keine ausreichen­de Datengrundlage, um eine Zulassung im Schnellverfahren zu beantragen.

US-Präsident Donald Trump hatte die Zulassung eines Impfstoffs noch vor der Wahl immer wieder in Aussicht gestellt. Auf Twitter reagierte er verärgert auf die neuen FDA-Richtlinien. Diese würden es „schwieriger machen, Impfungen noch vor dem Wahltag zuzulassen“. Dies sei eine „weitere politische Attacke“ auf ihn als Präsidenten.

Laut US-Medien hatte das Weiße Haus versucht, Einfluss auf die neuen FDA-Richtlinien zu nehmen. Demnach hielt das Weiße Haus die Nachbeobachtungszeit für unnötig und wollte sie aus den Richtlinien streichen.

Trump steht wegen der starken Ausbreitung des Virus in den USA stark unter Druck. In­zwi­schen haben sich in den USA nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität mehr als 7,5 Millionen Menschen angesteckt, mehr als 210.000 sind nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben – etwa ein Fünftel aller Toten weltweit.

In den Umfragen liegt Trump hinter seinem Herausforderer Joe Biden. Die oppositionellen De­mo­kraten äußern deshalb schon länger die Befürchtung, Trump übe massiven Druck auf Forscher und Gesundheitsbehörden aus, damit möglichst bald und noch vor der Wahl ein Impfstoff zugelassen wird.

Vier Wochen vor der Wahl hat Trump heute die Hoffnungen auf ein neues Corona-Kon­junk­turpaket noch vor der Abstimmung am 3. November zunichte gemacht. Trump wies die Regierung und seine Republikaner an, bis nach der Wahl nicht mehr mit den Demo­kraten über ein weiteres Hilfspaket zu verhandeln. Dafür versprach der US-Präsident auf Twitter, dass es „sofort“ nach seinem Wahlsieg ein großes Konjunkturpaket geben werde. © afp/dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. Oktober 2020
Berlin – Vertreter von Koalition und Opposition im Bundestag haben sich heute erneut für mehr Entscheidungsgewalt für die Parlamente bei den Maßnahmen im Kampf gegen die Coronapandemie ausgesprochen.
Kritik an Ausweitung von Vollmachten der Bundesregierung in der Coronakrise
19. Oktober 2020
Berlin – In einem eindringlichen Appell hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Bundesbürger in ihrem wöchentlichen Videopodcast zur Einschränkung ihrer Kontakte und zum Verzicht auf Reisen
Merkel ruft wegen hoher Infektionszahlen zum Zuhausebleiben auf
19. Oktober 2020
Nürnberg – CSU-Chef Markus Söder hat unter dem Eindruck rasant steigender Infektionszahlen eine bundesweit einheitliche Maskenpflicht für Regionen mit vielen Coronafällen verlangt – in Schulen, auf
Söder will bundesweite Maskenpflicht bei hohen Infektionszahlen
19. Oktober 2020
Berlin – Die Corona-Warn-App des Bundes kann nun auch länderübergreifend über eine möglicherweise gefährliche Begegnung mit Coronainfizierten warnen. Heute Mittag erschien wie angekündigt das Update
Corona-Warn-App startet länderübergreifende Risikoermittlung
19. Oktober 2020
Karlsruhe – Die umstrittenen Beherbergungsverbote in der Coronakrise werden zum Fall für das Bundesverfassungsgericht (BVerfG). Kläger aus Tübingen hätten einen Eilantrag gegen die in
Eilantrag zu Beherbergungsverboten in Karlsruhe eingegangen
19. Oktober 2020
Berlin – Die stationäre Behandlung eines COVID-19-Patienten kostet im Schnitt 10.700 Euro. Das ergab eine Auswertung der Daten von 26,5 Millionen Versicherten der AOK auf Anfrage der Welt am Sonntag.
COVID-19: Kosten für stationäre Behandlung im fünfstelligen Bereich
19. Oktober 2020
Düsseldorf – In 48 nordrhein-westfälischen Krankenhäusern stehen derzeit 80 Betten zur intensivmedizinischen Versorgung niederländischer COVID-19-Patienten bereit. Das teilte das
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER