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Ausland

Weltbank: Coronakrise stürzt 115 Millionen Menschen in Armut

Donnerstag, 8. Oktober 2020

/Maria Fuchs, stock.adobe.com

Berlin/Washington – Wegen der Coronakrise werden nach Einschätzung der Weltbank in diesem Jahr bis zu 115 Millionen Menschen zusätzlich in extreme Armut stürzen. Das geht aus dem gestern in Washington veröffentlichten Weltarmutsbericht der Weltbank hervor. Demnach mussten aktuellen Zahlen zufolge 2017 rund 689 Millionen Menschen mit weniger als 1,90 Dollar am Tag auskommen.

Die Studie verweist zugleich darauf, dass die Zahl der Armen seit 1990 weltweit von 1,9 Milliarden Menschen um fast zwei Drittel gesunken sei, obwohl die Weltbevölkerung im selben Zeitraum um 2,2 Milliarden Menschen wuchs. Die Armutsrate habe so von 36 auf 9 Prozent gesenkt werden können.

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Laut Bericht lebt fast die Hälfte aller extrem armen Menschen in fünf Ländern: Nigeria, Kongo, Tansania, Äthiopien und Madagaskar. Dort ist das Bevölkerungswachstum beson­ders hoch. Allein in Nigeria werde sich die Bevölkerung in 30 Jahren auf 400 Millionen Menschen verdoppeln und so die drittgrößte der Welt sein.

Der Präsident der Weltbank-Gruppe, David Malpass, beklagte, dass die Krise die Ärmsten der Welt am härtesten treffe. „Wir erleben eine globale Rezession von historischem Aus­maß“, so Malpass. Nach den Worten von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) führt die Coronakrise „erstmals seit Jahren wieder zum Anstieg von Armut und Hunger in der Welt“.

Müller betonte, dass es nun erst recht darum gehe, am Ziel einer Welt ohne Hunger und Armut festzuhalten. In vielen Entwicklungsländern habe die Pandemie zu einer massiven Armuts-, Hunger- und Wirtschaftskrise geführt. Vor allem Europa müsse mehr tun, um Entwicklungsländer zu stabilisieren.

Deutschland hat nach Angaben des Entwicklungsministeriums ein weltweites Corona­so­fortprogramm für drei Milliarden Euro aufgelegt. Es diene der Ernährungssicherung, der Unterstützung von Flucht- und Krisenregionen, der Stärkung der Gesundheitssysteme, der Sicherung von Jobs und Unternehmen und komme besonders Menschen in Indien, Bang­ladesch, Jordanien, Tunesien und Malawi zugute. © kna/aerzteblatt.de

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