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Ärzteschaft

Ärzte und Wissenschaftler schlagen internationales gemeinsames Gelöbnis vor

Donnerstag, 8. Oktober 2020

/Mi.Ti., stock.adobe.com

Berlin – Vertreter verschiedener Gesundheitsberufe aus dem In- und Ausland schlagen ein neues gemeinsames Gelöbnis für Gesundheitsberufe im Geist des Hippokratischen Eids vor.

In dem Bekenntnis, das in der Fachzeitschrift Lancet erschienen ist (DOI: 10.1016/S0140-6736(20)32039-0), heißt es unter anderem, „mein Leben in den Dienst der Menschheit zu stellen und die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen, von denen die menschliche Gesundheit abhängt.“ In Deutschland weist die Deutsche Allianz Klima­wandel und Gesundheit (KLUG) auf das Gelöbnis hin.

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„Wir leben im Anthropozän, dem Zeitalter, in dem der Mensch den Lebensraum Planet Erde massiv verändert. Die menschliche Gesundheit und letztlich das Überleben der Menschheit, wie auch das vieler anderer Arten, sind stark von diesen Entwicklungen be­droht“, erklärte Katharina Wabnitz, deutsche Ärztin und Forscherin an der englischen Universität Cambridge.

Das Prinzip des „primum non nocere“ (vor allem keinen Schaden zufügen) müsse deshalb erweitert werden auf die Lebensfunktionen des gesamten Planeten, so der Grundgedanke des neuen Gelöbnisses.

„Prinzipien der planetaren Gesundheit sollten in Ethos, Ausbildung und Praxis aller Ge­sund­­heitsberufe verankert werden“, betonte Sabine Gabrysch, Mitautorin und Profes­sorin für Klimawandel und Gesundheit an der Berliner Charité sowie Abteilungsleiterin am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Auf die Vorbildfunktion von Gesundheitsberufen weist Martin Herrmann, Mediziner und Vorstand der KLUG, hin. „Menschen, die für die Gesundheit anderer arbeiten genießen großes Vertrauen. Sie sind wichtige Mediatoren zwischen Wissenschaft, Politik und der Öffentlichkeit und können so die für planetare Gesundheit notwendige gesellschaftliche Transformation vorantreiben“, sagte er.

Laut den Vorschlägen der Initiatoren könnte der neue „Planetary Health Pledge“, zum Ab­schluss der Berufsausbildung geleistet werden. © hil/aerzteblatt.de

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canuto
am Montag, 26. Oktober 2020, 12:11

Notwendige Anpassung des Genfer Gelöbnisses an das ethische Manual des Weltärztebundes

Die weltweiten ethischen Grundsätze für Ärzte wurden im GEnfer Gelöbnis 1948 formuliert, eine Konsequenz aus den Beteiligungen von Ärzt*innen an Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie Völkermord und den Feststellungen dazu in den Nürnberger Prozessen. es wurde klar, dass die ethischen Grundsätze wie die Menschenrechte mit universeller Gültigkeit formuliertw erden sollten. das Genfer Gelöbnis ist immer wieder aktualisiert worden, zuletzt 2017. Angesichts der größten Herausforderung des 21. Jhdts. ist die ethische Verpflichtung in der Auseinandersetzung damit und ein aktives Eintreten zum Erhalt der Lebensgrundlagen bereits enthalten im Ethischen Manual des Weltärztebundes, an welches wir über unser Berufsgelöbnis gebunden sind. Die jetzt vorgeschlagene Form zur Planetaren Gesundheit ist nur eine konsequente Anwendung der geltenden ethischen Grundsätze für unseren Berufsstand in einer Anpassung des Genfer Gelöbnis und spiegelt darin die großen Herausforderungen, denen wir uns mit einem klaren Bekenntnis stellen können. Immer mehr Medizinstudent*innen in Deutschland interessieren sich für Planetare Gesundheit und organisieren Videokonferenzen dazu mit externer Espertise. Eine hoffnungsvolle Entwicklung im zerstörerischen Business-as-usal imAnthropozän!
Avatar #25195
robertsoell
am Freitag, 9. Oktober 2020, 14:40

"Planetare Gesundheit" oder Größenwahn ?

Wir brauchen keine weitere Politisierung der Medizin! "Primum non nocere" ist völlig ausreichend. Und welche "gesellschaftliche Transformation" nötig, oder auch überflüssig und schädlich ist, entscheide ich mit meinem eigenen Gewissen und nicht auf Befehl eines Eides.
LNS

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