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Medizin

Örtliche Betäubung bei TAVI genauso sicher wie Vollnarkose

Freitag, 23. Oktober 2020

/dpa

Leipzig – Bei dem Ersatz einer Aortenklappe mittel einer „Transcatheter Aortic Valve Implantation“ (TAVI) ist eine örtliche Betäubung genauso sicher wie eine Vollnarkose. Das berichten Wissenschaftler des Herzzentrums Leipzig zusammen mit Forschern des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein im Fachmagazin Circulation (2020; DOI: 10.1161/CIRCULATIONAHA.120.046451).

Bei einer TAVI wird die neue Klappe mittels eines Katheters über die Leistenarterie geschoben und im Herz platziert. Laut den Wissenschaftlern war es bisher strittig, ob eine Vollnarkose oder eine örtliche Betäubung sicherer ist. Sogenannte Registerstudien hatten bislang aber darauf hingedeutet, dass der örtlichen Betäubung der Vorzug zu geben sei. Gleichwohl habe eine randomisierte Studie gefehlt.

„Bei Registerstudien besteht immer die Gefahr und die Tendenz, dass die Ergebnisse verzerrt sind. Etwa, weil eher kränkere Patienten eine Vollnarkose erhalten, da sie bei ihnen als sicherer angesehen wird“, erklärte der Studienleiter Holger Thiele, Direktor des Universitätsklinikums für Kardiologie am Herzzentrum Leipzig.

An der randomisierten SOLVE-TAVI-Studie nahmen 447 Patienten mit einer hochgradig verengten Aortenklappe teil. Sie waren über 75 Jahre alt und hatten laut den Forschern ein hohes Risiko für eine konventionelle Operation.

Die Ergebnisse zeigten, dass 30 Tage nach dem Eingriff sowohl die Sterblichkeit, als auch die Anzahl der Komplikationen wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Infektionen bei beiden Narkoseverfahren gleich war.

In Deutschland ersetzen Ärzte die Aortenklappe mittels TAVI jährlich rund 21.000 Mal, während die Operation noch 8.000 bis 9.000 Mal durchgeführt wird. Welche der beiden Narkosen zurzeit verwendet wird, hängt laut Thiele von der jeweiligen Klinik ab.

Größere Zentren würden meistens schon seit Jahren nur die Lokalanästhesie anwenden, da dies schneller gehe als eine Vollnarkose. Die Entscheidung liege dabei beim Anäs­thesisten, der per Gesetz bei dem Eingriff anwesend sein müsse. © hil/aerzteblatt.de

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