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Neues bundesweites Forschungsnetzwerk zu Autopsien

Montag, 12. Oktober 2020

/kentoh, stock.adobe.com

Hamburg/Aachen – Ärzte des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und der Uniklinik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen haben ein bundesweites „Deutsches Forschungsnetzwerk Autopsien bei Pandemien“ (Defeat Pande­mics) gegründet.

Es soll dazu beitragen, bei Autopsien gewonnene Daten und Erkenntnisse für die Bewäl­tigung der aktuellen Pandemie und künftiger Infektionsgeschehen zu nutzen. Das Bun­desministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt das Vorhaben im Rahmen des „Netzwerkes Universitätsmedizin“ mit fast sieben Millionen Euro.

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„Autopsien können sehr schnell wichtige Erkenntnisse liefern, die die Risikoermittlung, Diagnostik und Behandlung der Patienten entscheidend verbessert“, erläuterte Martin Aepfelbacher, Forschungsdekan des UKE und einer der beiden Sprecher des neuen Netz­werks.

„Um die derzeitige Pandemie aufzuarbeiten, auf eine mögliche zweite Welle vorbereitet zu sein und generell Strukturen zu schaffen, um für zukünftige Epidemien und Pande­mi­en gewappnet zu sein, bedarf es eines nationalen Registers mit vielfältigen Daten aus Autopsien“, sagte Peter Boor, Netzwerksprecher der Uniklinik RWTH Aachen.

Hierfür sei eine systematische Analyse gesammelter Gewebe und Körperflüssigkeiten etwa in Form von virologischen, genomischen oder bildgebenden Untersuchungen not­wendig, so der Wissenschaftler.

An dem neuen Forschungsverbund sind 27 deutsche Universitätskliniken sowie zahl­rei­che Institutionen wie das Robert-Koch-Institut (RKI), das Henrich Pette-Institut (HPI), die Fachgesellschaften für Pathologie, Neuropathologie und Rechtsmedizin, das Bundes­wehr­k­rankenhaus Ulm und die Gesellschaft für Virologie beteiligt.

„Die Vielzahl der beteiligten Einrichtungen unterstreicht den Gedanken der Vernetzung, gemeinsam schneller und effektiver zu Lösungen zu kommen. Insbesondere der trans­lationale Gedanke, dass die Patienten unmittelbar von den Erkenntnissen der Wissen­schaft profitieren können, macht das neue Autopsie-Netzwerk so wertvoll“, sagte Blanche Schwappach-Pignataro, Dekanin der Medizinischen Fakultät des UKE. © hil/aerzteblatt.de

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penangexpag
am Montag, 19. Oktober 2020, 12:14

Fortschritt

Das ist ganz sicher eine der positiven Folgen der Pandemie. Um es mal relativ zu einem anderen Thema zu verdeutlichen :
Eine Widerspruchslösung hinsichtlich der Organentnahmen ist nicht akzeptabel. Aber eine solche Widerspruchslösung hinsichtlich von Autopsien wäre zwar aus manchen religiösen Perspektiven ebenfalls kritisch, aber in einer aufgeklärten Demokratie ein sehr vernünftiger Weg, um der Medizin die so wichtige Datenbasis zu verschaffen. Alle würden ohne Nachteil davon profitieren.
LNS

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