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Unikliniken Mannheim und Heidelberg stellen Konzept für Fusion vor

Freitag, 9. Oktober 2020

/picture alliance, Uwe Anspach

Mannheim – In Baden-Württemberg soll durch die Fusion der Unikliniken Mannheim und Heidelberg ein Krankenhaus im Format der Berliner Charité entstehen. Das Haus mit mehr als 3.300 Betten soll das Herzstück eines neuen Gesundheitsnetzwerkes von Wiss­enschaftseinrichtungen und Universitätskliniken in der Rhein-Neckar-Region werden.

Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) lobte den ent­spre­chenden Vorschlag aller Beteiligten heute in Mannheim: „Das heute von der Region vor­gelegte Konzept hat ein enormes Potenzial, das langfristig auch die Krankenversorgung auf höchstem Niveau sicherstellen und damit dem Patienten unmittelbar zugutekommen würde.“

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Hinter dem Konzept steht eine noch zu gründende „Heidelberg Mannheim Health and Life Science Alliance“ mit den Unikliniken, dem Deutschen Krebsforschungszentrum, dem Max-Planck-Institut für medizinische Forschung, dem Europäische Laboratorium für Molekularbiologie und dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit.

Mit der engen Verzahnung von Gesundheitsversorgung, Forschung, Lehre und Transfer wissenschaftlicher Ergebnisse in die Anwendung soll eine neue Leitindustrie begründet werden. Bislang gilt der Autobau als Leitindustrie im Südwesten.

Das Land hatte die Akteure aufgefordert, ihre Vorstellungen auszuarbeiten. Es würde bei einer Fusion die Trägerschaft für das Mannheimer Klinikum von der Kommune überneh­men. Entstehen würde ab 2022 ein Krankenhaus der Maximalversorgung samt Gesund­heitsallianz, das national und international konkurrenzfähig sein soll.

Der Mannheimer SPD-Abgeordnete Boris Weirauch betonte, der Klinikstandort Mannheim dürfe nicht lediglich als Heidelberger Außenstelle geführt werden, sondern müsse wei­ter­hin ein Krankenhaus der Maximalversorgung bleiben. Überdies forderte er eine Be­schäftigungsgarantie für das Personal des Mannheimer Klinikums und dessen bessere Bezahlung nach Tarif der Universitätskliniken.

Unikliniken gibt es im Land in Freiburg, Ulm und Tübingen. Das Mannheimer Kranken­haus ist seit 2014 in – derzeit durch die Coronaepidemie verstärkten – Finanznöten und weist für 2019 einen Fehlbetrag von 40 Millionen Euro aus. Im Jahr 2018 lag dieser in Heidelberg bei rund 9,5 Millionen Euro.

Freiburg kam 2019 auf ein Minus von 12,1 Millionen Euro, während Tübingen (1,3 Milli­onen Euro) und Ulm (2,0 Millionen Euro) schwarze Zahlen schrieben. Das Ministerium sucht nach strategischen Möglichkeiten, das Universitätsklinikum Mannheim zukunfts­fähig zu machen. Es stellte aber klar: „Der Ausgleich des jährlichen Defizits ist keine Lö­sung.“

Das Uniklinikum Heidelberg hat fast 2.000 Betten, nahezu 80.000 voll- und teilstationäre und mehr als 240.000 ambulante Patienten im Jahr. Mit 10.700 Beschäftigten ist es der größte Arbeitgeber der Region. Im Mannheimer Haus arbeiten rund 4.000 Mitarbeiter. Sie behandeln 50.000 Patienten stationär und 180.000 ambulant. Die medizinische Fakultät Mannheim gehört zur Universität Heidelberg. © dpa/aerzteblatt.de

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