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Ausland

Frankreich ruft höchste Corona-Warnstufe für weitere Städte aus

Freitag, 9. Oktober 2020

Frankreichs Ge­sund­heits­mi­nis­ter Olivier Véran. /picture alliance, Poupart Julien, ABACA

Paris – Frankreich hat wegen der alarmierenden Coronalage für vier weitere Städte die höchste Corona-Warnstufe ausgerufen. Diese „maximale Alarmstufe“ gelte ab morgen in Lille, Grenoble, Lyon und Saint-Étienne, kündigte Ge­sund­heits­mi­nis­ter Olivier Véran am gestern Abend an.

Die Situation im Land verschlechtere sich weiter, warnte der Minister. Er zeigte sich be­unruhigt über die Situation in den Pariser Krankenhäusern. Gleichzeitig will der Staat un­ter den Einschränkungen leidende Branchen noch stärker finanziell unterstützen.

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Die „maximale Alarmstufe“ gilt bisher in der Hauptstadt Paris, in der südfranzösischen Metropole Marseille und im Überseegebiet Guadeloupe. Sie ist die letzte Stufe vor dem Gesundheitsnotstand. Als Konsequenz aus der Einstufung müssen in der Regel Bars und gastronomische Betriebe, die kein Essen anbieten, schließen. In Restaurants gelten stren­gere Hygienemaßnahmen.

„Die Situation hat sich in den letzten Tagen in mehreren Metropolen verschlechtert“, sag­te der Minister. In Lille, Grenoble, Lyon und Saint-Étienne sei nun die 250er-Marke von Neuninfektionen mit SARS-CoV-2 pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen geknackt worden, begründete er die neue Einstufung der Städte.

Für Toulouse und Montpellier steht eine Entscheidung noch aus. Die Regierung will sich bis zum kommenden Montag Zeit lassen. Véran warnte außerdem, dass in den Kliniken in Paris und Umgebung der Anteil der COVID-19-Patienten auf den Intensivstationen zu­nehme.

Daher wurde ein entsprechender Notfallplan aktiviert. Dieser hat unter anderem zur Fol­ge, dass nicht dringende Operationen verschoben werden können. Derzeit sind im Groß­raum Paris rund 40 Prozent der Intensivbetten mit Coronapatienten belegt. Steigt diese Zahl über 60 Prozent, kann der Gesundheitsnotstand ausgerufen werden.

Wirtschaftsminister Bruno Le Maire kündigte an, dass mehr Branchen von einem Corona-Solidaritätsfonds profitieren können. „Ich denke dabei an Floristen. Ich denke dabei an Wäschereien, die sehr direkt vom Hotel- und Gaststättengewerbe abhängen. Ich denke an die Buchläden an den Seine-Ufern in Paris, weil es heute weniger Touristen in Paris gibt“, sagte er. Zahlreiche Unternehmen könnten außerdem die Befreiung von Sozialversicherungsbeiträgen beantragen.

Frankreich ist mit mehr als 32.000 Toten schwer von der Pandemie getroffen. Mit 18.746 Coronaneuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gab es vorgestern einen weiteren Re­kord. Wer Freunde oder Familie empfangen wolle, müsse Abstand halten und die Maske tragen, warnte Véran. Er betonte gleichzeitig, dass es auch gute Nachrichten gebe: Die Situation in Nizza habe sich deutlich verbessert. Auch in Bordeaux, Rennes und Marseille sei eine positive Entwicklung zu beobachten. © dpa/aerzteblatt.de

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