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Ärzteschaft

Ausgabenvolumen für Arznei- und Heilmittel steigt

Freitag, 9. Oktober 2020

/picture alliance, Klaus Ohlenschläger

Berlin – Das Ausgabenvolumen für Arzneimittel steigt im kommenden Jahr um 4,6 Pro­zent. Das ist das Ergebnis der bundesweiten Rahmenvorgaben, auf die sich Kassenärztli­che Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband verständigt haben. Für den Heil­mittel­bereich ergibt sich ein Plus von 3,2 Prozent. Das gab die KBV bekannt.

Die Steigerung bei den Arzneimitteln ließe sich, wie in den Vorjahren, insbesondere mit dem Einsatz innovativer Arzneimittel begründen, so die KBV. Diese kämen vor allem on­kologischen Patienten zugute.

„Die Erhöhung des Ausgabenvolumens ist eine wesentliche Voraussetzung, damit vor allem schwer kranke Patienten von neuen Therapien profitieren können – insbesondere in der Onkologie“, sagte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Stephan Hofmeis­ter. Er wertete die Steigerung um 4,6 Prozent als gutes Ergebnis.

Für den Heilmittelbereich gehen KBV und GKV-Spitzenverband im kommenden Jahr eben­falls von höheren Ausgaben aus. Die vereinbarte Steigerung des Ausgabenvolumens auf Basis der bundeseinheitlich zu bemessenden Anpassungsfaktoren beträgt gegenüber dem laufenden Jahr 3,2 Prozent.

Der Steigerungsfaktor ergibt sich der KBV zufolge insbesondere aus der Indikationser­weite­rung der podologischen Therapie und der manuellen Lymphdrainage beim Lipödem. Zudem seien die erweiterten Verordnungsbefugnisse für Psychotherapeuten hinsicht­lich der Ergotherapie berücksichtigt worden.

Der zukünftig bundeseinheitlich zu bewertende Faktor Preisentwicklung konnte nach Angaben der KBV noch nicht berücksichtigt werden, da die Preisverhandlungen zwischen den Krankenkassen und Heilmittelerbringern noch nicht abgeschlossen sind.

Unmittelbar nach Abschluss der Verträge, spätestens aber bis zum 31. März 2021, soll der Faktor Preisentwicklung nachträglich bewertet werden. Diese Neubewertungen sind dann bei der Festlegung der regionalen Ausgabenvolumina für Heilmittel und der Prüfgegen­stände für das Jahr 2021 zu berücksichtigen.

Die bundesweiten Rahmenvorgaben sind die Basis für regionale Verhandlungen zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen zu den Ausgabenvolumina für Arznei- und Heilmittel. Zusätzlich zu den auf der Bundesebene vereinbarten Anpass­ungsfaktoren werden bei den Verhandlungen auf Landesebene weitere Faktoren berück­sichtigt, beispielsweise Alter und Anzahl der Versicherten. © may/EB/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #88767
fjmvw
am Montag, 12. Oktober 2020, 12:53

Und der Orientierungspunktwert steigt um 1,52%

Die Rate bei Arzneimitteln steigt um das Dreifache, bei Heilmitteln um das Doppelte an.

Für unter 600 Mio Honorarerhöhung haben die Ärzte dann zwischen 50 und 100 Mio Corona-Abstrichen à 40Euro (reine Laborkosten) durchzuführen, was zu Kosten zwischen zwischen 2 und 4 Milliarden p. a. führt. Pro Abstrich fallen bei den Ärzten weitere Kosten von über 15 Euro an, also zusätzliche Ausgaben von > 1 Milliarde. Nur wegen Corona Mehrausgaben zwischen 3 und 5 Milliarden. Und die Gegenfinanzierung?

0,6 Milliarden - also ein Defizit zwischen 2,4 und 4,4 Milliarden.

Von diesen 600 Mio wären übrigens auch noch die höheren Personalkosten, Anstieg um 2% in 2020, die zusätzlichen Ausgaben für Hygienemaßnahmen (Corona), die Abstrichzentren, die Kosten der Schwerpunktpraxen für Corona und demnächst auch noch die Impfzentren zu bezahlen.

Ach so? Du denkst, dass 600 Mio. nicht ausreichten, um das alles zu refinanzieren? Du führst sogar an, dass deine sonstigen Ausgaben (Miete, Buchhaltung, Technik, EDV - insbesondere TI,....) um weit mehr als 1,52% angestiegen sind?

Macht nix. Bei der KBV sitzen Experten, die können das für dich alles schönrechnen. Du hast zwar nach wie vor hohe Einkommensverluste, aber nach dem Schönrechnen durch KBV und ZI fühlst du dich hoffentlich besser.

Pech nur, wenn du, im Unterschied zu KBV und ZI, von Betriebswirtschaft Ahnung hast. Dann hilft alles Schönreden nicht weiter. Es bleibt ein hoher Verlust übrig. Ganz ohne Corona.

Mit Corona sieht die wirtschaftliche Lage für die Ärzteschaft noch verheerender aus.
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