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Politik

Merkel wünscht sich mehr Anstrengungen im Kampf gegen Hunger in der Welt

Montag, 12. Oktober 2020

Hunger und Armut /africa, stock.adobe.com

Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Staatengemeinschaft zu einem entschiedeneren Kampf gegen den Hunger in der Welt aufgefordert. Das erklärte Ziel sei es, den Hunger bis 2030 besiegen zu wollen, das Welternährungsprogramm leiste einen großen Einsatz, sagte sie vorgestern in ihrem Podcast.

Trotzdem müssten derzeit mehr als 820 Millionen Menschen – „eine unfassbare große Zahl“ – Hunger leiden. „Das kann uns nicht ruhen lassen und zeigt, dass die Anstren­gun­gen der Weltgemeinschaft weiter ausgebaut werden müssen.“

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Merkel sagte, schon wegen der Folgen des Klimawandels brauche man einen Übergang des Welternährungssystems hin zu mehr Nachhaltigkeit. „Das gelingt nur durch interna­tionale Maßnahmen und weltweite Solidarität.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief die Menschen in Deutschland dazu auf, die Welthungerhilfe zu unterstützen. Damit könnten sie vielen Menschen in der Welt Hoff­nung geben, „Hoffnung, gut durch die Coronazeit zu kommen; Hoffnung, auf ein besseres Leben nach Corona“.

Steinmeier wies darauf hin, dass wegen der Pandemie im globalen Süden oftmals Felder nicht bestellt und die Ernte nicht eingefahren werden könnten. „Millionen verlieren ihre Arbeit und können ihre Familien nicht mehr ernähren. Viele Menschen in den Armenvier­teln sagen: „Wir werden eher an Hunger als an Corona sterben“, sagte der Bundespräsi­dent anlässlich der Woche der Welthungerhilfe.

Die Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe, Marlehn Thieme, sagte im Deutschland­funk, die Coronapandemie sei ebenso wie der Klimawandel ein „Brandbeschleuniger“ für den Hunger in der Welt. „Corona treibt noch einmal deutlich mehr Menschen in den Hun­ger.“ Die UN-Landwirt­schaftsorganisation habe berechnet, dass durch die Pandemie 83 bis 132 Millionen Menschen zusätzlich Hunger leiden müssten.

Merkel betonte in ihrer Videobotschaft, einiges sei schon auf den Weg gebracht worden. So hätten die großen Industrienationen (G7) 22 Milliarden Dollar an Unterstützung zuge­sagt. Und im Kreis der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) hätten die Agrar­minister wichtige Maßnahmen beschlossen, um Produktion und Produktivität der Landwirtschaft zu steigern.

„Die zunehmend angespannte Lage in der Welt zeigt, dass hier noch größere Anstren­gun­gen der Weltgemeinschaft nötig sind“, sagte die Kanzlerin.

Am vergangenen Freitag hatte das norwegische Nobelkomitee bekannt gegeben, dass der diesjährige Friedensnobelpreis an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) geht. Thieme begrüßte dies, weil dadurch ein Schlaglicht auf ein Problem gewor­fen werde, das sich im Stillen immer weiter vor sich hin entwickele.

„Frieden braucht satte Menschen und Menschen, die nicht in Armut leben“, sagte die Prä­sidentin der Deutschen Welthungerhilfe. „Und auch der Hunger braucht Frieden.“ Denn viele Menschen würden gerade dadurch zu Hungernden, dass sie in Konfliktgebieten le­ben. © dpa/aerzteblatt.de

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