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Ärzteschaft

Pandemien: Mehr medizinisches Personal angemahnt

Montag, 12. Oktober 2020

/pangoasis, stock.adobe.com

Dresden – Sachsen braucht nach Ansicht der Lan­des­ärz­te­kam­mer zur Bewältigung von Pandemien mehr medizinisches Personal. Man habe nicht zu wenig Beatmungsgeräte und Betten, sondern ein personelles Problem, sagte der Präsident der Sächsischen Landesärz­te­kammer, Erik Bodendieck, heute bei einer Anhörung zu Lehren aus der Coronakrise im Landtag.

Das betreffe sowohl Pflegekräfte als auch Ärzte und anderes medizinisches Personal. Es gelte, eine Balance zu schaffen zwischen dem, was möglich ist, und dem, was nötig ist. Strukturen gehörten auf den Prüfstand.

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Aus Sicht der Ärzteschaft sind die Coronamaßnahmen gut gelaufen, wie Bodendieck aus­führte: „Das sage ich ohne Wenn und Aber.“ Die Maßnahmen seien sach- und zeit­gemäß erfolgt, das Gesundheitswesen sei gut aufgestellt, Deutschland relativ glimpflich davon­gekommen.

Man habe nicht eher wissen können, was da auf einen zukommt, und auf Informationen aus China warten müssen: „Wir wussten nicht, was das Virus macht.“ Deshalb sei die Zahl der Todesopfer anfangs größer gewesen.

„Wir haben viel über das Virus gelernt“, sagte Bodendieck. COVID-19 werde zwar immer noch als Lungenkrankheit beschrieben, mache aber weit mehr mit dem Körper. Deshalb sei noch jede Menge Forschung nötig. Auch die Frage der Immunität könne heute noch nicht beantwortet werden. Man könne jetzt aber mit einiger Erfahrung in die Zukunft schauen.

Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt bringt – wie bereits vor einigen Wochen die Ärzte­kammer in Thüringen – einen Quereinstieg in den öffentlichen Gesundheits­dienst ins Gespräch. Es seien mehr Mediziner notwendig. Die Kammerversammlung verständigte sich vorgestern in Magde­burg darauf, den Vorstand der Ärztekammer des Landes zu be­auftragen, entsprechende Kriterien aufzustellen, wie ein Sprecher sagte.

So gehe es darum, die Weiterbildung zum Facharzt für öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) zu vereinfachen. Mit dem Quereinstieg sollten Mediziner erreicht werden, die sich in ihrem Berufsleben neu orientieren wollten.

Das könnten Ärzte sein, die aus gesundheitlichen oder familiären Gründen aus dem Kli­nik­dienst ausscheiden oder die Praxis aufgeben möchten, wie die Präsidentin der Ärzte­kammer Sachsen-Anhalt, Simone Heinemann-Meerz, erklärte.

Laut einem Pakt von Bund und Ländern für den öffentlichen Gesundheitsdienst sollten bis Ende 2021 mindestens 1.500 unbefristete ärztliche Vollzeitstellen geschaffen werden. Laut der Ärztekammer wird es absehbar schwierig sein, diese Stellen zu besetzen.

Wichtig sei eine verbesserte und wettbewerbsfähige Vergütung. Die Tarifverträge des Landes reichten nicht. „Die für das Bundesgebiet in Aussicht gestellten vier Milliarden Euro müssen im Land ankommen“, forderte die Ärztekammerpräsidentin. © dpa/aerzteblatt.de

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