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Ärzteschaft

Verstärkte Aufklärung zum Welt-Thrombose-Tag

Dienstag, 13. Oktober 2020

/Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Berlin/Stuttgart – Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hat zum Welt-Throm­bose-Tag am 13. Oktober Verbesserungen bei der Aufklärung, Prophylaxe und Therapie von Thrombosen angemahnt. Das sei angesichts von rund 100.000 Lungen­embolie-Toten in Deutschland dringend geboten, sagte BVMed-Geschäftsführer Marc-Pierre Möll.

Auch vor dem Hintergrund zunehmender thromboembolischer Komplikationen im Zu­sammenhang mit COVID-19-Erkrankungen weist der BVMed auf die Bedeutung mechani­scher Maßnahmen zur Thromboseprophylaxe hin. Notwendig sei eine bessere Aufklä­rung über Entstehung, Gefahren und Vermeidung von Thrombosen.

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Dem Verband zufolge bietet eine Kombination aus mechanischen und pharmakologischen Maßnahmen die beste Prävention vor einer venösen Thromboembolie. Neben der medi­ka­­­mentösen Thromboseprophylaxe seien es vor allem die physikalischen Maßnahmen, die bei richtiger Anwendung einfach und nahezu nebenwirkungsfrei dazu beitragen, thromboembolische Komplikationen zu verhindern.

Beispielsweise erhöhten medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe bei immobilen Pa­tienten die venöse Rückstromgeschwindigkeit und sorgten so in Kombination mit Arznei­mitteln für einen optimierten Schutz vor einer Thromboembolie.

Eine weitere Möglichkeit, den immobilen Patienten während und nach einer Operation vor thromboembolischen Komplikationen zu schützen, ist laut BVMed die intermit­tie­ren­de pneumatische Kompression.

Sie kann entweder ergänzend oder alternativ in all den Fällen eingesetzt werden, in de­nen eine medikamentöse Prophylaxe ausgeschlossen ist oder aufgrund des Blutungsrisi­kos nicht oder nur sehr zurückhaltend eingesetzt werden kann. Im Idealfall ergänzen sich physikalische und pharmakologische Maßnah­men zu einem schlüssigen Konzept.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) und das Aktionsbündnis Throm­bose haben den Welt-Thrombose-Tag zum Anlass genommen, auf wichtige Vor­sichts­maßnah­men im Zusammenhang mit der hormonellen Verhütung aufmerksam zu machen. Ihnen zufolge erleiden jedes Jahr fünf von 10.000 Frauen eine venöse Thrombo­embolie (VTE).

„Bei Frauen unter 45 ist das Thromboserisiko grundsätzlich niedrig, durch eine hormo­nelle Verhütung steigt es jedoch deutlich an“, so der DGIM-Vorsitzende Sebastian Schel­long.

Ihm zufolge variiert der Einfluss der Präparate stark, je nachdem, welche Hormone und Hormonkombinationen zum Einsatz kommen. Bei der Verschreibung der Pille sei daher die Ermittlung des Thromboserisikos und die Aufklärung über mögliche Nebenwirkungen enorm wichtig.

„Erleidet eine Frau eine Thromboembolie, ist es unbedingt notwendig, die hormonelle Verhütung weiterzuführen“, sagte Schellong. Das klinge zunächst paradox, doch eine Thromboembolie werde mit Gerinnungshemmern therapiert.

„Während dieser Therapie sollte eine Schwangerschaft nach Möglichkeit verhindert werden, da sonst schwere Schäden beim Fötus entstehen können“, verwies der Mediziner. © hil/sb/aerzteblatt.de

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