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Serienstars werben um Pflegenachwuchs

Dienstag, 13. Oktober 2020

Danilo Kamperidis als Boris in einer Szene der Miniserie „Ehrenpflegas“. Die Serie, fünf Folgen von etwa sechs Minuten Länge, erzählen die fiktive Geschichte von drei Jugendlichen, die die neue generalistische Ausbildung in der Pflege beginnen. Damit wirbt das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) für eine Ausbildung in der Pflege. /picture alliance, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen

Berlin – Drei Netflix-Stars wirken in der Onlineserie „Ehrenpflegas“ mit, mit der die Bun­desregierung jetzt für eine Ausbildung in der Pflege wirbt. Bundesjugendministerin Fran­ziska Giffey (42) hat in der Miniserie einen Miniauftritt und läuft einmal über den Flur. Es handelt sich um eine Produktion der Constantin Entertainment – im „Fack ju Göhte“-Stil.

Die Filmchen mit Danilo Kamperidis und Lena Klenke aus der Serie „How to Sell Drugs Online (Fast)“ sowie Lisa Vicari aus „Dark“ in den Hauptrollen werden in zielgruppen­re­levanten Kanälen beworben und auf dem Youtube-Kanal des Bundesfamilienministeriums ausgespielt, wie es vom Ministerium hieß.

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Die fünf Folgen von etwa sechs Minuten Länge erzählen die fiktive Geschichte von drei Jugendlichen, die die neue generalistische Ausbildung in der Pflege beginnen. Kamperi­dis (20) spielt den etwas verpeilten aber herzensguten Boris („Ich bin 1. Klasse, 1. Klasse Pflegeschule“), Vicari (23) seinen Schwarm Miray und Klenke (24) die schlaue „Harry Pott­er“. Dela Dabulamanzi (40) ist als Lehrerin zu sehen.

Seit 1. Januar gibt es die neue Pflegeausbildung zur „Pflegefachfrau“ oder zum „Pflege­fachmann“, in der alle Bereiche der Pflege von der Kinderkrankenpflege über die Kran­kenpflege bis zur Altenpflege vermittelt werden. Auszubildende erhalten eine Ausbil­dungs­vergütung nach dem Tarifvertrag für Azubis des öffentlichen Dienstes: rund 1.141 Euro im ersten Ausbildungsjahr bis 1.303 Euro im dritten Jahr.

Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Franziska Giffey (SPD) sagte laut Mitteilung: „Viele Jugendliche stehen nach bestandenen Abschlussprüfungen in der Schule vor der schwierigen Ent­scheidung, welche Ausbildung sie machen und welchen Beruf sie ergreifen möchten.

Mit der Miniserie „Ehrenpflegas“ wollen wir die Jugendlichen in ihrer Lebenswelt abholen und genau dort erreichen, wo sie sich Informationen holen: in den sozialen Netzwerken.“ Angesprochen werden sollen auch Menschen mit dem Wunsch nach beruflicher Neu­orien­tierung. „Nur so können wir dem Fachkräftemangel in dieser Branche begegnen.“

Kritik kam vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK). Dieser distanzierte sich von der Darstellung des Berufs und der Ausbildung, für die die Beiträge werben sollen. Die Darstellung der Anforderungen an Pflegefachpersonen verletzte „Selbstverständnis, Ethos und Pflegefachlichkeit der Berufsgruppe“, erklärte der DBfK.

Dass mit einer bewusst jugendlich gehaltenen Herangehensweise vor allem eine Ziel­gruppe angesprochen werden solle, der es noch an Aufmerksamkeit für den Beruf fehle, könne nicht als Rechtfertigung dafür herhalten, alle anderen Vertreter der Berufsgruppe zu verprellen. Wichtig sei es, den Beruf realistisch darzustellen, so die Position des DBfK.

Auch das Bündnis Junge Ärzte distanzierte sich per Twitter „von dieser Darstellung der Pflege“. „Wir wollen in einem professionellen (!!), interdisziplinären Team #nurMITeinan­der arbeiten.“ © dpa/kna/aerzteblatt.de

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