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Politik

Bundesregierung schlüsselt Kosten für Corona-Warn-App auf

Dienstag, 13. Oktober 2020

/picture alliance

Berlin – Die Kosten für Entwicklung und Betrieb der Corona-Warn-App des Bun­des wer­den sich trotz der Erweiterung für einen Datenaustausch mit anderen europäi­schen Län­dern nicht erhöhen. Das geht aus eine Stellungnahme des Bundesministeriums für Ge­sundheit (BMG) an die Mitglieder des Digitalausschusses hervor.

Die Kosten für die initiale Entwicklung durch Europas größten Softwarekonzern SAP fie­len demnach dabei fast vier Millionen Euro niedriger aus als kalkuliert. Ursprünglich hatte die Bundesregierung mit 11 Millionen Euro gerechnet, abgerechnet wurden 7,15 Millionen Euro.

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Entwicklungspartner T-Systems erhielt 7,8 Millionen Euro für die IT-Infrastruktur und den Aufbau der beiden Hotlines, bei denen Anwender Fragen zur Technik stellen und Positiv­meldungen verifizieren lassen können. An monatlichen Kosten fallen bei T-Systems zwi­schen 2,5 und 3,5 Millionen Euro an.

Nach Berechnungen des fraktionslosen Bundestagsabgeordneten Uwe Kamann laufen damit bis Ende 2021 Gesamtkosten von 67,45 Millionen Euro auf. Dazu kämen die Kosten für das Marketing.

Der IT-Unternehmer war für die AfD in den Bundestag eingezogen und gehört inzwischen der Partei LKR (Liberal-Konservative Reformer) an. Zum Start der Corona-Warn-App hatte das Finanzministerum mit Kosten von bis zu 69 Millionen Euro kalkuliert.

Auffällig ist die vergleichsweise hohe Anzahl der Anrufe bei der Verifikationshotline. Dort laufen derzeit täglich durchschnittlich mehr als 750 Anrufe auf. Seit dem Start der App hat sich das auf 180.000 Anrufe summiert (Stand 5. Oktober). Bei der technischen Hotline liegt der Wert bei bei etwa 1.200 Anrufen täglich, das sind rund 130.000 Anrufe insge­samt.

Kamann kritisierte, die Corona-Warn-App sei nur für T-Systems und SAP „ein großer Glücksfall, ein goldener Regen“. Für die deutschen Steuerzahler sei das Projekt hingegen „ein wirtschaftlicher Totalausfall“, ohne einen messbaren Nutzen für Bürger zur Bekäm­pfung der Pandemie.

Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium betonte in der Stellungnahme, jede Person, die die App nutze, trage zur Pandemiebekämpfung bei. Der Bundesregierung sei keine konkrete, wissenschaftlich fundierte Mindestzahl an Downloads bekannt. Es sei auch „nicht ziel­führend“, eine untere Schwelle zu definieren.

Die Anwendung wurde in den App-Stores von Apple und Google inzwischen mehr als 18,4 Millionen Mal heruntergeladen. Experten schätzen, dass rund 15 Millionen Men­schen in Deutschland die App aktiv nutzen. SAP und T-Systems arbeiten derzeit vor allem daran, dass die Daten der Tracing-App in Europa kompatibel sind, so dass die Anwendung auch bei Reisen im Ausland nützlich ist. © dpa/aerzteblatt.de

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