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Medizin

USA: Mehr Todesfälle durch Thrombosen und Lungenembolien unter jüngeren Erwachsenen

Dienstag, 13. Oktober 2020

/tussik stock.adobe.com

Mainz – Während in Europa die Zahl der Todesfälle an Thrombosen und Lungenembolien abnimmt, stagnieren die Zahlen in Nordamerika. In den USA ist es in den letzten Jahren bei jüngeren Erwachsenen sogar zu einer Zunahme gekommen, wie eine Analyse in Lancet Respiratory Medicine (2020; DOI: 10.1016/S2213-2600(20)30417-3) zeigt.

Die Zahl der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu denen auch die Lungenembolien gehören, ist in den letzen Jahrzehnten in den meisten reicheren Ländern zurückgegangen. Die Gründe werden in der sinkenden Zahl der Raucher und anderer modifizierbarer Risikofaktoren vermutet. Bei Lungenembolien könnte auch der häufigere Einsatz der Thromboseprophylaxe von Bedeutung sein.

Besonders erfreulich ist die Entwicklung in Europa. In einer früheren Studie hatten Stefano Barco von der Universitätsmedizin Mainz und Mitarbeiter für die 41 Länder der WHO-Region Europa (zu der auch einige zentralasiatische Länder der ehemaligen Sowjetunion gehören) für die Zeit von 2000 bis 2015 einen Rückgang der altersstandardisierten jährlichen Sterblichkeitsrate von 12,8 auf 6,5 pro 100.000 Einwohner ermittelt.

Jetzt hat das Team die Analyse für die USA und Kanada wiederholt. Grundlage war erneut die WHO Mortality Database. Für die USA wurden auch Zahlen der Centers for Disease Control and Prevention herangezogen.

In den USA ist es – ausgehend von einem günstigen Ausgangswert von 6,0 Todesfällen pro 100.000 Einwohner im Jahr 2000 bis 2006 zu einer weiteren Abnahme auf 4,4/100.000 Einwohner gekommen. Danach ist es bei den Frauen zu einem weiteren Rückgang auf 4,1/100.000 Einwohner gekommen, während die Sterberate bei den Männern bei 4,5/100.000 Einwohner stagnierte.

In der Altersgruppe von 25 bis 64 Jahren kam es in den USA seit 2006 sogar zu einem Anstieg der Sterbezahlen. Das mittlere Todesalter aufgrund einer Lungenembolie verringerte sich von 73 Jahren im Jahr 2000 auf 68 Jahre im Jahr 2018.

Für Kanada war seit 2006 ebenfalls ein Abflachen des Rückgangs nachweisbar. Die Sterberate ist jedoch weiter gefallen. Ausgehend von einer bereits sehr niedrigen altersstandardisierten Rate von 4,7/100.000 Einwohner im Jahr 2000, ist die Zahl weiter auf 2,6/100.000 gesunken.

Zum jüngsten ungünstigen Trend in den USA könnten nach Ansicht von Barco mehrere Faktoren beigetragen haben. Zum einen könnten soziale Ungleichheiten verbunden mit finanzieller Not dazu führen, dass ein immer größerer Teil der Bevölkerung keinen Zugang zur medizinischen Versorgung hat. Parallel dazu sei die Zahl der chronischen Krankheiten wie Diabetes, Übergewicht und Lungenerkrankungen gestiegen, zu deren Komplikationen Thrombosen und Lungenembolien gehören. © rme/aerzteblatt.de

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