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Notfallversorgung: Kleinhubschrauber gegen Notarztmangel

Mittwoch, 14. Oktober 2020

Velocopter /ADAC Luftrettung (Fotomontage)

München – Luftrettung mit elektrischen Kleinhubschraubern kann einer wissenschaft­li­chen Computersimulation zufolge die notfallmedizinische Versorgung der Bevöl­kerung verbessern.

Ideal ist der Analyse zufolge ein Einsatzradius von 25 bis 30 Kilometern bei einer opti­ma­len Fluggeschwindigkeit von Tempo 100 bis 150 und einer Mindestreich­weite von 150 Kilometern, wie die ADAC Luftrettung in München mitteilte.

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„Die Ergebnisse sind so erfolgversprechend, dass wir mit dem Projekt in den Testbetrieb gehen wollen“, kündigte Geschäftsführer Frédéric Bruder an. „Technisch möglich wären diese Idealvoraussetzungen in etwa vier Jahren.“

Mit den senkrecht startenden Multikoptern, die von mehreren Rotoren elektrisch ange­trieben werden, könnten Notärzte schneller am Einsatzort sein, und mehr Patienten in einem größeren Versorgungsgebiet erreichen, stellt die ADAC Luftrettung fest.

Die Arbeit der Mediziner werde damit effektiver und das Fluggerät zu einem Mittel im Kampf gegen Notarztmangel.

Die Rettungshubschrauber profitieren auch davon, denn sie könnten häufiger in entfernte Krankenhäuser und Spezialkliniken fliegen. Derzeit seien sie in rund 60 Prozent der Fälle nur der Zubringer für den Notarzt. Zudem habe sich die Zeit bis zum Eintreffen des Not­arz­tes in den vergangenen 20 Jahren im Bundesdurchschnitt um fast 40 Prozent ver­schlech­tert.

Für die Untersuchung hatte das Institut für Notfallmedizin der Ludwig-Maximilians-Uni­versität München in zwei Modellregionen – Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) und Ans­bach (Bayern) – mehr als 26.000 Notfalleinsätze am Computer simuliert. Der Praxistest ist ab 2023 in den beiden Modellregionen geplant.

Bis dahin seien an nichtöffentlichen Forschungsstandorten der Firma Volocopter GmbH weitere technische Probeflüge geplant, wie Starts und Landungen in Hanglagen, bei schlechter Sicht, in Dunkelheit und im Winter. Bis 2050 sei ein flächendeckendes Netz von bundesweit bis zu 250 Multikopter-Stationen denkbar. © dpa/aerzteblatt.de

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