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Ausland

Tschechien, Kroatien, Polen, Slowenien: Coronazahlen steigen

Donnerstag, 15. Oktober 2020

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Zagreb/Ljubljana – Tschechien, Kroatien, Slowenien und Polen haben erneut drastische Anstiege der Neuinfektionszahlen mit SARS-CoV-2 verzeichnet. Die Situation spitzt sich in vielen Ländern weiter zu.

In Tschechien wurden gestern 9.544 neue Fälle verzeichnet, wie das Gesundheitsminis­terium in Prag bekanntgab. Das war der höchste Wert an einem Tag seit Beginn der Pan­demie. Die Gesamtzahl der jemals Infizierten stieg damit auf knapp 140.000. Rund 2.700 Menschen werden im Krankenhaus behandelt. Die Zahl der Todesfälle seit Beginn der Pandemie in Verbindung mit einer COVID-19-Erkrankung stieg auf 1.172.

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Die Regierung kündigte an, rund 4.000 Krankenhausbetten zu kaufen, um unter anderem in Messehallen Behelfseinrichtungen für einen möglichen Ansturm aufzubauen. „Die Zah­len sind katastrophal – es eilt wirklich sehr“, sagte Ministerpräsident Andrej Babis der Agentur CTK zufolge vor seinem Abflug zum EU-Gipfel in Brüssel.

Er habe über mögliche Hilfen auch „mit der bayerischen Seite“ gesprochen, man wolle die Situation aber mög­lichst allein meistern. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CDU) hatte heute Hilfe im Bedarfsfall zugesagt.

Seit gestern sind alle Restaurants, Kneipen und Bars geschlossen. Der Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit ist verboten. Alle Schulen haben Fernunterricht eingeführt. Es dürfen sich sowohl drinnen als auch draußen nur noch maximal sechs Menschen treffen. Sport- und Kulturveranstaltungen sind untersagt. Die Maskenpflicht wurde ausgeweitet. Der EU-Mitgliedstaat hat knapp 10,7 Millionen Einwohner.

In den vergangenen 24 Stunden ist in Kroatien bei 748 Menschen SARS-CoV-2 nachge­wiesen worden, teilte der Krisenstab in der Hauptstadt Zagreb mit. Die bisher höchste Zahl von 542 Neuinfizierten war im 4,2-Millionen-Einwohner-Land am 8. Oktober regis­triert worden.

Vier Menschen starben demnach in den letzten 24 Stunden in Verbindung mit einer CO­VID-19-Erkrankung. Seit Beginn der Pandemie im letzten Februar haben sich in Kroatien nachweislich 21.741 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. 334 Patienten starben mit dem Virus.

Im benachbarten Slowenien, einem Land mit 2,1 Millionen Einwohnern, meldeten die Behörden gestern 707 Neuansteckungen. Die bisher höchste Zahl war am 10. Oktober mit 411 neuen Fällen registriert worden. Seit Beginn der Pandemie im März wurde bei 9.938 Menschen das Coronavirus nachgewiesen. 175 Patienten starben an den Folgen der In­fek­tion, zwei von ihnen in den letzten 24 Stunden.

Die amtlichen Stellen in Zagreb zeigen sich besorgt, dass viele Menschen die Empfeh­lun­gen zur Eindämmung der Pandemie nicht beachteten. „Empfehlungen reichen nicht aus, wir brauchen Maßnahmen, die durchgesetzt werden“, sagte der Chef des Krisenstabs für die Stadt Zagreb, Pavle Kalinic. „Ansonsten werden die Zahlen weiter steigen, der Plafond ist noch nicht erreicht“, sagte er dem Nachrichtensender N1.

Ähnlich äußerte sich Regierungssprecher Jelko Kacin in Ljubljana. „Die aktuellen Daten zeigen, dass die Lage zunehmend ernst wird“, sagte er auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. „Es besteht Handlungsbedarf, die bisherigen Maßnahmen reichten nicht aus, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.“ Konkrete neue Maßnahmen erwähnte er allerdings nicht.

Mehr als 8.000 Neuinfektionen pro Tag in Polen

In Polen ist die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen sprunghaft gestiegen und hat erstmals die Marke von 8.000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 8.099 neue Fälle hinzu, die meisten davon in der Region um die Hauptstadt Warschau (1.306). Das teilte das polnische Ge­sund­heits­mi­nis­terium heute mit.

Im gleichen Zeitraum starben 91 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Erst gestern hatten die Behörden 6526 neue Fälle gemeldet – dies war der bisherige Rekord­wert. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner, etwa halb so viel wie Deutschland. Zum Vergleich: In Deutschland waren es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts von heute Morgen 6.638 Neuinfektionen.

Seit Beginn der Pandemie gab es in Polen 3.308 Todesfälle in Verbindung mit einer CO­VID-19-Erkrankung. Polen ist das einzige Nachbarland Deutschlands, das bisher vom Aus­wärtigen Amt in Berlin noch nicht ganz oder teilweise als Risikogebiet eingestuft wurde.

Seit Samstag gilt im gesamten Land wieder eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit – sogar im Freien. Zudem dürfen an Feiern maximal 75 Menschen teilnehmen. In roten Zonen sind die Auflagen strenger, unter anderem müssen Bars und Restaurants um 22.00 Uhr schließen. © dpa/aerzteblatt.de

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