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Medizin

SARS-CoV-2: Verschwörungs­theorien international weit verbreitet

Donnerstag, 15. Oktober 2020

/picture alliance/dpa | Christophe Gateau

Cambridge – Wurde das SARS-CoV-2 in einem Labor in Wuhan erzeugt mit dem geheimen Ziel, die Menschheit zu impfen? Und senden die G5-Sendemasten Wellen aus, um die Symptome von COVID-19 zu verstärken? Derartige Verschwörungstheorien sind international derzeit weit verbreitet, wie eine Analyse von Umfragen aus 5 Ländern in Royal Society Open Science (2020; DOI: 10.1098/rsos.201199) zeigt.

Verschwörungstheorien sind kein neues Phänomen. Die Bandbreite reicht vom Glauben an Hexen im Mittelalter, die für Naturkatastrophen und Krankheiten verantwortlich gemacht wurden, über die angeblichen Ritualmorde von Juden an Christen, die den Antisemitismus am Leben hielten, bis zu Freimaurern, die die Weltherrschaft anstreben. Auch die Ansichten, dass Aids nicht durch Viren ausgelöst wird oder die Masernimpfung zum Autismus führt, gehören im weitesten Sinn zu den Verschwörungstheorien.

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Zu den derzeit am weitesten verbreiteten Themen gehört SARS-CoV-2. Umfragen, die in den letzten Monaten in Großbritannien, Irland, Mexiko, Spanien und den USA durchgeführt wurden, zeigen, dass sich viele Menschen eine natürliche Entwicklung des Virus schwer vorstellen können. Zwischen 22 und 23 % der Befragten in Großbritannien und den USA bewerteten die Behauptung, das Virus sei in einem Labor in Wuhan von Forschern erzeugt worden, für vertrauenswürdig. In Irland fanden dies 26 % der Befragten, in Mexiko und Spanien waren es 33 % beziehungsweise 37 %.

Auch die Idee, die Pandemie sei Teil einer Verschwörung zur Durchsetzung der globalen Impfung, ist auf fruchtbaren Boden gefallen: 22 % der mexikanischen Bevölkerung bewerteten dies als glaubwürdig, in Irland, in Spanien und den USA waren es 18 %, in Großbritannien 13 %.

Der berüchtigten 5G-Verschwörung, nach der die Sendemasten die COVID-19-Symptome verstärken, hingen in Mexiko und Spanien 16 % der Bevölkerung an gegenüber 12 % in Irland und 8 % in Großbritannien und den USA.

Ein Team um Sander van der Linden von der Universität Cambridge in England hat die Ergebnisse der Umfragen analysiert, um herauszufinden, was Menschen anfällig für die aktuellen Verschwörungstheorien macht. Neben einem allgemeinen Bildungsmangel war ein fehlendes Verständnis für Zahlen ein wichtiger Prädiktor. Menschen, die einer SARS-Verschwörung anhängen, glauben häufig, dass eine Wahrscheinlichkeit von 1 zu 1.000 höher ist als eine Wahrscheinlichkeit von 1 zu 10.

Verschwörungstheoretiker haben der Studie zufolge häufiger wenig Vertrauen in Wissenschaftler oder Journalisten, sie informieren sich häufiger über soziale Medien und trauen der Welt­gesund­heits­organi­sation nicht. Politisch konservativ orientierte Menschen neigen in Irland, Mexiko und Spanien eher zu Verschwörungstheorien. Für Großbritannien und die USA war dies nicht eindeutig nachweisbar. Während in anderen Bereichen ältere Menschen eher Verschwörungen anhängen, ist dies bei COVID-19 nicht der Fall.

Menschen, die Verschwörungstheorien zu SARS-CoV-2 anhingen, zeigten in den Umfragen auch die geringste Neigung, sich gegebenenfalls impfen zu lassen oder dies Familienmitgliedern oder Freunden zu empfehlen. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #770175
Wie bitte?
am Freitag, 16. Oktober 2020, 19:30

Wie gesagt, was wollen sie denn?

Bildung ist nicht alles. Wer hochgebildet ist, hat üblicherweise einen großen Teil seiner Intuition dafür eingebüßt. Man muss nicht gebildet sein, um zu spüren, wenn etwas im Argen liegt. Besonders wenn, wie hier, mit Schmähnamen wie "Verschwörungstheoretiker" geworfen wird, sollte es bei allen klingeln. (An die Zensur: Bitte wie die letzten zwei Beiträge sofort löschen!).
Avatar #770175
Wie bitte?
am Freitag, 16. Oktober 2020, 19:16

Was wollen sie denn?

Avatar #831974
BB-DD
am Freitag, 16. Oktober 2020, 13:05

Nicht aber, sondern AUCH

Lieber Wilhelm,
natürlich muss man auch an das Personal und andere Patienten denken. Und deshalb ist es ein Unding, wenn in Kliniken nur eine Krankenschwester in der voll belegten Kinderstation unterwegs ist und die persönlichen Schutzausrüstungen für die Stationen mit akuten Atemwegserkrankungen fehlen, obwohl es jedes Jahr auch schwere Grippewellen und nun eben auch Coronainfektionen gibt. Die Schutzmaßnahmen ändern sich dabei doch nicht. Diese Missstände damit auszugleichen zu wollen, auf Biegen und Brechen weniger SARI-Patienten in die Klink zu bekommen, dafür aber um die Klink herum das komplette Land zu demontieren, kann doch nicht der zielführende Ansatz sein.
Avatar #760158
wilhem
am Freitag, 16. Oktober 2020, 11:43

Aber

das ist doch gut, dennoch muss doch nicht einfach sagen, wir habe genug Betten, also können die Kranken kommen. Man muss auch das Personal denken vor Ort und inwiefern der Virus auf andere Patienten und Personal übertragen wird. Das ist in Sicherheit wiegen, Was würden Sie denn machen?
Avatar #745246
Andre B.
am Freitag, 16. Oktober 2020, 11:36

Bitte nicht schon wie Äpfel mit Birnen vergleichen

Warum schauen Sie immer in andere Länder? Das macht so keinen Sinn!

Sowohl das italienische, wie auch das spanische oder Englische Gesundheitssystem, sind auch regelmässig bei Influenzaausbrüchen überlastet. Das deutsche Gesundheitsswesen verfügt dagegen über ein vielfaches an Kapazitäten. (www.gbe-bund.de/gbe10/ergebnisse.prc_fid_anzeige?p_fid=24933&p_fund_typ=TAB&p_sprachkz=D&p_uid=gast&p_aid=88097255&p_prot=2) Auch im März, April waren wir in Deutschland oder Östereich nicht einmal annährend in der Nähe einer brenzligen Situation, was die Verfügbarkeit von Intensivbetten anbetrifft.
Avatar #760158
wilhem
am Freitag, 16. Oktober 2020, 11:19

Damit es nicht zu solchen Zuständen kommt...bisschen weiterdenken...

https://www.tagesspiegel.de/politik/fast-400-corona-tote-an-einem-tag-wir-halten-nicht-mehr-lange-durch-norditaliens-kliniken-stehen-vor-dem-kollaps/25647964.html
Avatar #745246
Andre B.
am Freitag, 16. Oktober 2020, 11:16

Warum verhindern?

Krankenhäuser sind doch in erster Linie dazu da, um schwerer Erkrankte zu behandeln! Diese Tatsache nur für Corona in Frage zu stellen, ist genau so absurd, wie eine Krankheit nur nach der Anzahl der Infizierten bewerten zu wollen. Ebenso ist es auch ähnlich abwegig, wie z.b. den Begriff der "Letalitätsrate" anzuwenden um die Gefährdung durch eine Erkrankung definieren zu wollen, die eine so große Anzahl an symptomlosen Verläufen mit sich bringt.
Avatar #760158
wilhem
am Freitag, 16. Oktober 2020, 10:59

Ja

Herr Rabe, Sie können gerne kritisieren, nur Zahlen infrage zu stellen, ist doch sehr einfach. Die Zahlen stiegen, auch bei der Belegung der Intensivbetten. Wir würden Sie denn das verhindern wollen? BG
Avatar #844785
Herr Rabe
am Freitag, 16. Oktober 2020, 10:54

Macht mal euren Job

Ich frage mich warum Infektionszahlenpanik geschoben wird wobei jeder informierte wissen sollte, dass Infektionen nichts über das Krankheitsgeschehen aussagen. Die falsch positiven PCR-Tests generieren hier die Infektionszahlen. Das ist hier alles zum Selbstzweck geworden. Die Hersteller geben eine Genauigkeit der Tests von 95-99,8% an. Rechnet das mal hoch.
Und jetzt sagt ihr mir wahrscheinlich das sei eine "Verschwörungstheorie"
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