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Umweltbundesamt legt Lüftungsempfehlungen für Schulen vor

Donnerstag, 15. Oktober 2020

/picture alliance, Wolfram Steinberg

Berlin – Das Umweltbundesamt (UBA) hat Empfehlungen für die Belüftung von Schulen in der Coronapandemie vorgelegt. Die vierseitige Handreichung wurde vor dem Hinter­grund der Debatte über Ansteckungsrisiken im Unterricht erarbeitet.

Zuletzt war über Mützen und Schals im Klassenzimmer diskutiert worden, weil empfoh­len wird, auch im Winter in kur­zen Abständen breit zu lüften.

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„Um sich vor infektiösen Partikeln zu schützen, sollte pro Stunde ein dreifacher Luftwech­sel erfolgen. Das bedeutet, dass die Raumluft dreimal pro Stunde komplett gegen Frisch­luft von außen ausgetauscht wird“, schreibt das Umweltbundesamt in seinen heute ver­öffentlichten Empfehlungen.

In der kalten Jahreszeit soll demnach während des Unterrichts alle 20 Minuten mit weit geöffneten Fenstern für 3 bis 5 Minuten gelüftet werden – sogenanntes Stoßlüften. Zu­dem solle während der gesamten Pausen gelüftet werden.

Das Amt rät davon ab, nur die Tür zum Lüften zu öffnen, weil sich kleine virushaltige Schwebeteilchen (Aerosole) dann von einem Raum über den Flur in andere Klassenräume verbreiten könnten. Auch von Lüften mit nur einem offenen oder mit gekippten Fenstern wird abgeraten.

„Sowohl beim Stoßlüften wie beim Querlüften sinkt die Temperatur im Raum nur um we­ni­ge Grad ab. Nach dem Schließen der Fenster steigt sie rasch wieder an“, heißt es weiter.

Zum „Einstudieren“ des richtigen Lüftungsverhaltens schlagen die Experten den Einsatz von CO2-Messgeräten vor. Diese seien bereits für 50 bis 100 Euro zu erhalten. Die Geräte zeigen an, wann die Luft verbraucht ist. Sie geben damit einen Hinweis, wann wieder ge­lüftet werden sollte.

Für Klassenzimmer, in denen sich die Fenster nicht öffnen lassen – das ist zum Teil aus Sicherheitsgründen der Fall – seien „stationäre, in die Fensterbereiche eingebaute Zu- beziehungsweise Abluftanlagen als baulich schnell realisierbare Option denkbar“.

Den Einsatz mobiler Luftreinigungsgeräte sieht das Umweltbundesamt eher skeptisch. Wenn, dann seien sie allenfalls als Ergänzung zum aktiven Lüften geeignet.

Langfristig spricht sich das Umweltbundesamt dafür aus, dass alle Schulen, aber auch Kultureinrichtungen mit Wärmetauschanlagen ausgestattet werden sollten. Bei solchen Lüftungsanlagen wird Frischluft von außen angesaugt und gleichzeitig durch die nach außen strömende Abluft erwärmt.

Das sei die nachhaltigste Lösung für den Abstransport von Viren, CO2 und Feuchte, er­klärten Heinz-Jörn Moriske und Wolfram Birmili bei einer Pressekonferenz. Solche Anlagen empfehle man für Neubauten schon seit zehn Jahren. © dpa/aerzteblatt.de

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Hortensie
am Sonntag, 18. Oktober 2020, 11:20

Geht alles zu langsam

Man wußte doch schon vor etlichen Monaten, dass man mit Lüften die Virenlast verringern kann.
Aber mir scheint, dass das noch zu keinen Änderungen führte.
Hätte man frühzeitig mit dem Einbau von dezentralen Raumlüftungen begonnen, hätte man zumindest die Schulen, in denen sich die Fenster nicht öffnen lassen, ersatzweise damit ausstatten können.
Ich glaube, dass bei so häufigen Lüftungen Lehrer und Kinder viel öfter krank werden. Wenn diese dann zu Hause bleiben, so verringert das auch die Infektionszahlen bei Corona ...
LNS

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