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Medizin

Cochranestudie: E-Zigaretten bei Entwöhnung erfolgreicher als anderer Nikotinersatz

Freitag, 16. Oktober 2020

/goodluz, stock.adobe.com

Berlin − Nikotinhaltige E-Zigaretten könnten etwas mehr Menschen helfen, für mindes­tens ein halbes Jahr das Rauchen von Tabakzigaretten aufzugeben als andere Nikotiner­satzprodukte oder nikotinfreie E-Zigaretten. Darauf deutet eine neue Cochrane-Metaana­lyse (Cochrane Database of Systematic Reviews 2020, DOI: 10.1002/14651858.CD010216.pub4) hin.

Die Autoren bezogen dafür die Daten aus 50 randomisiert kontrollierte Studien mit 12.430 erwachsenen Rauchern ein. Diese untersuchten den Effekt niktoinhaltiger E-Ziga­retten im Vergleich zu Ersatzprodukten wie Kaugummis oder Pflastern sowie zu nikotin­freien E-Zigaretten, Verhaltenstherapie und dem Rauchausstieg ohne Unterstützung.

Die Untersuchungen stammen im Wesentlichen aus den USA sowie aus Großbritannien und Italien. Keine der einbezogenen Studien wurde in Deutschland durchgeführt.

Im Schnitt konnten der Untersuchung zufolge zehn von hundert Probanden, die nikotin­freie E-Zigaretten zur Entwöhnung nutzen, das Rauchen von Tabakzigaretten für mindes­tens ein halbes Jahr aufgeben.

Bei anderen Ersatzprodukten oder E-Zigaretten ohne Nikotin waren es demnach nur sechs von hundert. Bei Probanden, die eine Verhaltenstherapie oder gar keine Unterstüt­zung in Anspruch nahmen, waren es nur vier von hundert, die das Rauchen herkömmli­cher Zigaretten mindestens sechs Monate aufgaben.

Die Autoren geben jedoch zu bedenken, dass es sich um eine vergleichsweise kleine Anzahl von Studien handelt, deren Daten zum Teil stark voneinander abweichen.

Insbesondere beim Vergleich von nikotinhaltigen E-Zigaretten zu Verhaltenstherapie oder keinerlei Entwöhnungshilfen sei man weniger zuversichtlich bei der Aussagekraft der Da­ten. Sobald mehr Studien zu diesem Thema verfügbar seien, könnten sich die Ergebnisse noch verändern.

Erkenntnisse zu unerwünschten Effekten könnten sich noch ändern

Unterschiede in Bezug auf ungewollte Nebeneffekte waren den Angaben zufolge kaum feststellbar. In allen Gruppen hätten vergleichbar wenige Probanden über solche Effekte berichtet, so die Autoren. Das träfe auch auf schwerwiegende Nebeneffekte zu.

Bei nikotinhaltigen E-Zigaretten sei am häufigsten über Irritationen in Hals und Mund sowie über Kopfschmerzen, Husten und Krankheitsgefühle berichtet worden. Diese Effek­te hätten sich aber im Verlauf der Weiternutzung reduziert.

Es sei aber wahrscheinlich, dass sich die Erkenntnisse zu unerwünschten Nebeneffekten noch ändern, sobald mehr Daten vorlägen, heißt es in der Veröffentlichung.

Die Analyse werde von nun an laufend aktualisiert. Ab Dezember 2020 sollen Datenban­ken monatlich erneut auf neue Studien zu dem Bereich Rauchentwöhnung mithilfe niko­tinhaltiger E-Zigaretten durchsucht und die Ergebnisse entsprechend ausgewertet und eingearbeitet werden. © alir/aerzteblatt.de

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