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Politik

Krankenhäuser rechnen mit 2.000 COVID-19-Inten­sivpatienten

Donnerstag, 15. Oktober 2020

/picture alliance

Berlin – Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, hat sich besorgt über die deutlich steigende Zahl an SARS-CoV-2-Neuinfektionen geäußert. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir schon im November die Zahl von rund 2.000 In­tensivpatienten mit Coronainfektion erreichen werden“, sagte er heute.

Der neuerliche Anstieg auf jetzt 6.000 neue Coronainfektionen pro Tag zeige die unge­bro­­chene Dynamik bei der Ausbreitung des Virus in Deutschland, so Gaß. Man wisse aus der ersten Welle der Pandemie, dass diese steigenden Neuinfektionen in einem Zeitver­satz von etwa 14 Tagen auch in den Krankenhäusern ankommen.

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Schon jetzt verzeichne man eine Verdopplung der Neuaufnahmen SARS-CoV-2-infizierter Patienten im Vergleich zur Vorwoche. Auch die Zahl der COVID-19 Behandlungen in den Intensivstationen nehme deutlich zu.

Bei einer weiter steigenden Zahl an Neuinfektionen auf mehr als 10.000 pro Tag werde es für die Gesundheitsämter nicht mehr möglich sein, die Infektionslage durch Kontaktver­fol­­gung im Griff zu behalten, warnte Gaß.

Dann drohe entweder die unkontrollierte Ausbreitung in der gesamten Bevölkerung oder ein erneuter und vielleicht noch drastischerer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Lockdown als im Frühjahr.

„Nicht nur mit dem Blick auf die mögliche Überforderung unserer Krankenhauskapazitä­ten müssen wir diese Situation dringend vermeiden“, so Gaß. Man unterstütze deshalb die gestern beschlossenen politischen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus mithilfe von Kontaktbeschränkungen.

Die Vorbereitung der Kliniken auf weiter steigende Patientenzahlen läuft nach Aussagen von Gaß planmäßig. Durch den Aufbau von Reservekapazitäten gerade im Intensivbe­hand­­lungsbereich ver­füge man über deutlich mehr Beatmungsbetten, als dies noch im März der Fall gewesen sei.

Zudem seien organisatorische Maßnahmen getroffen worden, um Infektionen in den Kliniken selbst zu vermeiden. Die Behandlung infizierter Patienten erfolge strikt getrennt und auch den Infektionsschutz für die Krankenhausmitarbeiter habe man optimiert. Die Bevorratung von persönlicher Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln stelle sich aktuell gut dar und auch die weiteren Lieferungen seien derzeit gesichert.

Die DKG fordert die Unterstützung der Politik und der Krankenkassen ein. Dabei gehe es um das Aussetzen bürokratischer Hemmnisse beim flexiblen Personaleinsatz und den MDK-Prüfungen sowie um die Fortsetzung und Wiedereinführung des finanziellen Rettungsschirms.

„Wir setzen uns dafür ein, dass die erfolgreiche Arbeit des vom Bundesgesundheitsmi­nis­ter eingesetzten Corona-Beirats zur Lösung dieser Fragen spätestens im November erneut zusammentrifft“, so Gaß. © EB/aha/aerzteblatt.de

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