NewsPolitikBeratungen zu Lungenemphysem­behandlung abgeschlossen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Beratungen zu Lungenemphysem­behandlung abgeschlossen

Freitag, 16. Oktober 2020

/magicmine, stock.adobe.com

Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat gestern per Beschluss die bereits geltende Qualitätssicherungs-Richtlinie Bronchoskopische Lungenvolumenreduktion vom 19. Dezember 2019 um Regelungen zum Nachweis- und Prüfverfahren ergänzt.

Vorausgegangen war eine Bewertung der im Moment infrage kommenden fünf verschie­denen Methoden für eine Lungenvolumenreduktion (LVR) auf Antrag des GKV-Spitzenver­bands hinsichtlich ihres Nutzens.

Anzeige

Die Behandlungsmöglichkeiten bei einem schweren Lungenemphysem sind derzeit laut G-BA sehr begrenzt. In bestimmten Fällen führt zu einer verbesserten Atemsituation der Patienten, indem das funktionslose, überblähte Lungengewebe operativ entfernt oder verringert wird.

Mit dem Beschluss zur Qualitätssicherung bei bronchoskopischen LVR beendet der G-BA den gesamten Beratungskomplex zur Lungenvolumenreduktion bei schwerem Lungen­em­physem. Für die Versorgung der schwer kranken Patienten soll mit der nun abge­schlosse­nen Nutzenbewertung eine größere Klarheit sowohl über die therapeutischen Optionen als auch über die erforderlichen Qualitätsstandards erreicht werden.

Da für den Behandlungserfolg einer bronchoskopischen LVR eine sorgfältige Indikations­stellung und eine engmaschige Nachsorge zwei wichtige Voraussetzungen sind, verband der G-BA den Einsatz dieser Operationen mit qualitätssichernden Anforderungen. Im nun gefassten Beschluss wurde die Qualitätssicherungs-Richtlinie ergänzt: Erst wenn ein Krankenhaus nachweist, dass es die geforderten Vorgaben für eine sichere Indikations­stellung und die notwendigen strukturellen Gegebenheiten erfüllt, kann das Verfahren mit den Krankenkassen abgerechnet werden.

Hierfür stellt der G-BA den Krankenhäusern als Anlage zur Qualitätssicherungs-Richtlinie Bronchoskopische Lungenvolumenreduktion einen Vordruck zur Verfügung. Die ausgefüllte Checkliste müssen die Krankenhäuser den regionalen GKV-Vertragspartnern in jenem Bundesland übermitteln, in dem sich der jeweilige Krankenhausstandort befindet. Ob die Krankenhäuser die Mindestanforderungen im Einzelfall erfüllt haben, kann durch den Medizinischen Dienst überprüft werden.

Drei Methoden zur Lungenvolumenreduktion konnte der G-BA im Ergebnis seines Bewertungsverfahrens als stationäre Leistung der gesetzlichen Krankenkasse bestätigen: Die chirurgische LVR, die bronchoskopische LVR (Einsetzen von Ventilen) sowie die bronchoskopische LVR (Einsetzen von Coils beim schweren Lungenemphysem mit einem pulmonalen Residualvolumen von mindestens 225 Prozent vom Soll).

Anders sieht es mit der bronchoskopischen LVR unter Einsatz der Thermoablation aus. Der G-BA konnte zwar feststellen, dass die Methode das Potenzial hat, das Behandlungs­spektrum zu erweitern, ausreichend sichere Nutzenbelege liegen derzeit aber noch nicht vor. Darum hat er am 17. September 2020 eine Erprobungs-Richtlinie mit den wesentlichen Eckpunkten einer geplanten Studie beschlossen und setzte gleichzeitig das Bewertungs­verfahren bis 2027 aus. Bis dahin können Krankenhäuser das Verfahren weiter anwenden.

Das Bewertungsverfahren zur LVR mit Polymerschaum stellte der G-BA im Februar 2020 ein, da aus medizinischen Gründen kein Bedarf an einer Regelung besteht. Auch dieses Verfahren können Krankenhäuser weiterhin anwenden. © EB/aha/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

30. Oktober 2020
Berlin – Angesichts der exponentiell steigenden ​Infektionszahlen mit SARS-CoV-2 in Deutschland hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) heute weitere zeitlich befristete bundeseinheitliche
G-BA aktiviert bundeseinheitliche Coronasonderregeln für verordnete Leistungen
16. Oktober 2020
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) heute die Erstfassung der Richtlinie über die Personalausstattung der stationären Einrichtungen der Psychiatrie und Psychosomatik (PPP-RL) angepasst.
Richtlinie zur Personalausstattung von Psychiatrie und Psychosomatik konkretisiert
16. Oktober 2020
Berlin – Damit Patienten, die auf eine außerklinische Intensivpflege angewiesen sind, künftig besser versorgt werden, soll der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) die entsprechenden Rahmenbedingungen
Außerklinische Intensivpflege jetzt Thema im G-BA
15. Oktober 2020
Berlin – Angesichts bundesweit steigender COVID-19-Infektionszahlen kurz vor Beginn der Erkältungs- und Grippesaison hat sich der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) heute erneut auf eine Sonderregelung
Telefonische Krankschreibung bis Jahresende möglich
15. Oktober 2020
Berlin – Der Anspruch von Patienten auf eine qualifizierte ärztliche Zweitmeinung gilt künftig auch bei dem geplanten Einsetzen einer Knie-Endoprothese. Dies hat heute der Gemeinsame Bundes­aus­schuss
Ärztliche Zweitmeinung künftig auch bei geplantem Kniegelenkersatz möglich
13. Oktober 2020
Berlin – Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) fördert 33 neue Projekte der Versorgungsforschung. Den entsprechenden Beschluss traf er am vergangenen Freitag in Berlin. Bei
Innovationsausschuss kurbelt Versorgungsforschung an
28. September 2020
Berlin – In Krankenhäusern, in denen häufiger komplexe Eingriffe am Organsystem Pankreas vorgenommen werden, stehen die Überlebenschancen besser. Dies geht aus einem heute veröffentlichten
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER