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Ausland

Viele weitere SARS-CoV-2-­Risikogebiete in Europa

Freitag, 16. Oktober 2020

/wernerimages, stock.adobe.com

Berlin – Angesichts europaweit steigender Coronazahlen hat die Bundesregierung viele weitere Regionen im Ausland zu Risikogebieten erklärt, darunter nunmehr das gesamte französische Festland sowie die gesamten Niederlande.

Auch Malta, der Norden Portugals, Teile Polens und Schwedens sowie die italienischen Regionen Kampanien und Ligurien sind betroffen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) ges­tern mitteilte. Die Einstufung tritt demnach in der Nacht zum Samstag in Kraft.

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Damit gilt nun erstmals seit dem Frühjahr wieder die französische Grenzregion Grand Est mit dem Elsass, Lothringen und dem Verwaltungsbezirk Champagne-Ardenne als Risiko­gebiet.

In Frankreich waren zuletzt binnen 24 Stunden erstmals mehr als 30.000 neue Infektio­nen mit SARS-CoV-2 registriert worden. Zudem habe es gut 1.200 neue Fälle gegeben, die in Krankenhäuser gebracht werden mussten, teilte das Ge­sund­heits­mi­nis­terium mit.

In den Niederlanden kam die Provinz Zeeland dazu, womit das gesamte Land als Risiko­gebiet gilt. Auch weitere Regionen Kroatiens, der Schweiz, Großbritanniens und Irlands wurden auf die Liste gesetzt. In Schweden gilt unter anderem die Provinz um die Haupt­stadt Stockholm nun als Risikogebiet.

Mit Polen steht nun auch das letzte Nachbarland Deutschlands teilweise auf der Liste des RKI. Betroffen sind dort unter anderem die Regionen um die Städte Krakau und Danzig.

Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki verkündete gestern neue Beschränkungen für das Land. Er rief die Bürger auf, „zu Hause zu bleiben“ und im Home Office zu arbeiten. In Polen waren innerhalb der vergangenen 24 Stunden 8099 Neuinfektionen registriert worden – so viele wie noch nie zuvor.

Weiterhin nicht auf der Liste befinden sich Griechenland und Norwegen. In einer von der EU erstmals veröffentlichten Corona-Ampel-Karte zu Reisebeschränkungen gilt mittler­weile die Hälfte der Staaten als Corona-Risikogebiet und ist rot gekennzeichnet. Die von der EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC herausgegebene Karte soll dem Flicken­teppich der Reisebeschränkungen in Europa ein Ende setzen.

Darauf hatten sich die 27 Mitgliedstaaten am Dienstag geeinigt. Allerdings ist es den einzelnen Ländern weiterhin freigestellt, ob und wie sie darauf basierend Maßnahmen beschließen. Deutschland ist wegen fehlender Daten auf der Karte der ECDC grau markiert.

Eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP dazu beim Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) blieb zunächst unbeantwortet. Der Versuch einer einheitlichen Kennzeichnung von Corona-Risikogebieten geht auf Initiative der deutschen EU-Ratspräsidentschaft zurück.

Die Einstufung erfolgt auf Basis der Zahl der Corona-Fälle und der Testrate pro 100.000 Einwohner sowie dem Anteil positiv ausgefallener Tests. Die Mitgliedstaaten sollen diese Daten wöchentlich an die ECDC melden, die damit die Karte aktualisiert. © afp/aerzteblatt.de

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